AW Landessammlung 1961

Der Kreisverbandsvorsitzende Walter Zimmermann hatte schon 1948 angeregt, Kindern eine Erholungsmaßnahme zu bieten. Nach Errichtung des Erholungsheims „Wertachau“ durch den Kreisverband konnten dort ab 1957 Stadtranderholungen stattfinden. Zudem suchte Zimmermann Unterbringungsmöglichkeiten für Kinder in der Ferienzeit und für erholungsbedürftige Menschen. Dieses Bemühen bestärkte auch der Landesvorsitzende Hans Weinberger, als er auf der Landeskonferenz in Augsburg im Oktober 1958 zur Intensivierung der Erholungsverschickung für Kinder und Erwachsene aufforderte. Unterstützend stand 1961 die Frühjahrssammlung der Arbeiterwohlfahrt unter dem Motto: „Helft Kinder in Erholung schicken!“

Im Jahr 1959 konnten 178 Kinder und Erwachsene aus dem Kreisverband Kaufbeuren in Erholungsmaßnahmen einbezogen werden. 1966 fuhren 200 Kinder aus dem Kreisgebiet zur Erholung. Ziele waren Südtirol und die Zuidersee in den Niederlanden.

Schon 1963 reisten die ersten 45 Kinder unter der Leitung von Walter Zimmermann zur Erholung nach Südtirol ins Pustertal. Es war der Beginn einer Entwicklung, die innerhalb weniger Jahre weit über den Kreis- und Bezirksverband hinausreichte. Denn rasch schlossen sich weitere Kreisverbände der Initiative Zimmermanns an. Ab 1964 organisierte Walter Zimmermann als Beauftragter des Bezirksverbands Schwaben die Maßnahmen. Ab 1965 wurde deren Anzahl wesentlich erhöht. 1967 stieg die Zahl der in der Gemeinde Mühlbach (Südtirol) untergebrachten Kinder aus dem Bereich des Kreisverbandes Kaufbeuren schon auf 203 an.

In einer Veranstaltung Anfang April 1968 in der Kaufbeurer Stadthalle sagte der Bürgermeister der Gemeinde Mühlbach, Erich Leitner: „Die Arbeiterwohlfahrt des Bezirks Schwaben hat mit ihrer Kinderverschickung entscheidend zur Verbesserung des Lebensstandards, zu Entwicklung und Aufschwung in unserer Gemeinde beigetragen. Wir sind ihr dafür zu großem Dank verpflichtet und wissen das zu schätzen. Wir wollen auch weiterhin alles tun, dass die Kinder bei uns in Südtirol während der Ferienzeit eine zweite Heimat finden […]“. Nur wenig später verwendete Bürgermeister Leitners Amtsnachfolger Dr. Gruber für Walter Zimmermann die Bezeichnung „Brotvater von Südtirol“.

Die Zahl der Kinder und Erwachsenen stieg in den 1970er Jahren weiter an. Allein im Jahr 1974 waren aus dem Kreisverband Kaufbeuren 520 Kinder und Erwachsene mit zusammen 12200 Erholungstagen beteiligt. Ende des Jahrzehnts verringerte die Arbeiterwohlfahrt die Zahl der Beteiligten, versuchte aber die Qualität der Maßnahmen zu steigern.

 

 

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