• Angebot in der Fort- und Weiterbildung ausgebaut

    Ab den 1980er Jahren engagierte sich die Arbeiterwohlfahrt Schwaben verstärkt in der Fort- und Weiterbildung. Ein Bildungswerk wurde für den Bereich des Bezirksverbandes Schwaben gegründet. Das Haus der Familie in Stadtbergen entstand in Nachfolge der Hauswirtschaftskurse und widmete sich der Familienbildung. Das Erholungsheim Wertachau bei Pforzen wurde vom Bezirksverband übernommen und zur Freizeit- und Bildungsstätte Pforzen ausgebaut.

     
  • Bergsicht Scheffau: Ferienhaus aufwändig saniert

    Das vom Kreisverband Lindau in den 1950er Jahren aufgebaute und 1972 vom Bezirksverband übernommene Bergheim Scheffau, das zeitweise auch den Namen Emilie-Röhl-Haus trug, wurde 1986 und 1987 umgebaut und saniert und erfüllte danach die Standards des Allgäu Tourismus. Es konnte auch in den 1980er und 1990er Jahren konstante Belegungszahlen von über 12000 Übernachtungen im Jahr aufweisen.

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  • Plötzlich wurden Kindererholungen nicht mehr gefördert

    Neben den Kreisverbänden leistet auch der Bezirksverband Hilfen bei der Vermittlung von Mutter-Kind-Kuren. Durchschnittlich vermittelte der AWO Bezirksverband Schwaben e. V. jährlich rund 60 Mütter mit ihren Kindern in qualifizierte Kurmaßnahmen. Trotz drastischer Einsparungsverfügungen im Bereich Rehabilitation bei Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern auf der Grundlage des sogenannten Wachstumsförderungsgesetzes kam es im Bereich der Mutter-Kind-Kuren kaum zu Einbrüchen in der Nachfrage. Einschneidend waren aber die Verkürzung der Regelkurdauer von vier auf drei Wochen und die Verlängerung der Wartefrist von verordneten Kuren zur nächsten von drei auf vier Jahre.

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  • ZAS: 1988 startete die Aids-Arbeit

    Das Zentrum für Aids-Arbeit Schwaben wurde am 28.10.1988 offiziell eröffnet. Das ZAS verstand sich als Anlaufstelle für Menschen in ganz Schwaben, die Fragen zu Aids haben oder sich betroffen fühlen. Zudem wollte es eine Betreuung von HIV-Positiven, Aids-Kranken und deren Angehörigen und Freunden organisieren und pflegerische Angebote für HIV-Positive und Aids-Kranke bieten. Daneben sollte Präventionsarbeit geleistet werden, um weitere Infektionen einzudämmen, und Informations- und Öffentlichkeitsarbeit zum Abbau von unbegründeten Ängsten und von Vorurteilen, die zur Ausgrenzung der Betroffenen führen, angehen.

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  • Gesetzliche Sparmaßnahmen trafen auch Fachklinik Schönau

    Die bei Grünenbach gelegene Fachklinik Schönau bietet 35 Therapieplätze für alkohol- und medikamentenabhängige Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren. Die Einrichtung wurde am 15. Oktober 1973 unter dem Namen „Kurheim Schönau, Heilstätte für Suchtkranke“ eröffnet. Die bestehende Anlage wurde 1975 um eine Werkhalle, 1976 um Garagen, 1984 um ein Schwimmbad und 1988 um eine Lagerhalle erweitert. Der erste, bis 1989 tätige Klinikleiter war Alexander Blank, die ärztliche Leitung hatte seine Frau Dr. Pilar Blank. Blanks Nachfolger wurde 1990 Dr. Josef Heine. Die Klinik hatte zu diesem Zeitpunkt 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon zehn in Teilzeitbeschäftigung. Die stationäre Behandlung schließt eine medizinische Behandlung und verschiedene Therapiearten ein, darunter vor allem Psychotherapie, Arbeits- und Beschäftigungstherapie.

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  • Fachkliniken Schönau und Legau: Raus aus dem Teufelskreis

    Bereits 1950 erklärte der Bezirksvorsitzende Franz Xaver Sennefelder das Arbeitsfeld Suchtkrankheiten zu einem der künftigen Schwerpunkte: „In der näch­sten Zeit will sich die Arbeiterwohlfahrt mit der Fürsorge für Suchtgefährdete befassen. Sie denkt dabei zunächst an die Betreuung der vernachlässigten Familien und möchte auch versuchen, Trunk- und Rauschgiftsüchtige wieder auf den rechten Weg zu bringen.“ Dieser Ansatz mündete in den Aufbau und Betrieb der Fachkliniken Schönau 1973 und Legau 1977 durch den Bezirksverband.

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  • Fachklinik Legau: Krise überwunden, Angebot ausgebaut

    Die Fachklinik Legau wurde vom Bezirksverband am 1. April 1977 als Fachklinik für 30 alkohol- und medikamentenabhängige Frauen zwischen 21 und 60 Jahren eröffnet. Durchschnittlich ist diese Klinik mit 24 bis 26 Frauen belegt. Die Leitung im Verwaltungsbereich hatte von 1979 bis 1988 der Psychologe Alexander Blank. Ihm folgte Dr. Gerhard Karmann in der soziotherapeutischen und organisatorischen Leitung der Klinik. Die ärztliche Leitung hatte von 1977 bis 1988 Dr. Pilar Blank und ab diesem Jahr Dr. Brigitte Dreher. Das Leitungsteam ergänzte Frau Hornschuh als psychotherapeutische Leiterin.

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  • AWO betrieb eine urologische Klinik

    Von 1953 an betrieb der Bezirksverband eine Urologische Klinik in Augsburg (Frischstraße 34). Ausgangspunkt war ein vom Kreisverband Augsburg-Stadt am Standort geplantes Altenheim, dessen Zweckbestimmung nach Baubeginn in die einer Urologischen Klinik mit geplanten 80 Betten geändert wurde. Spätestens im Juni 1953 wurde die bereits in Bau befindliche Klinik an den Bezirksverband abgegeben. Dem Projekt war auch eine Entbindungsstation angegliedert, die separat von der Stadt Augsburg bezuschusst wurde. Aus wirtschaftlichen Erwägungen schloss der Bezirksverband die Station Ende 1963. Bis dahin hatten rund 800 Frauen pro Jahr in der Entbindungsstation Kinder zur Welt gebracht. Die Urologische Fachklinik wurde daraufhin umgebaut und erweitert. Der Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Schwaben beauftragte dafür das Stadtberger Architekturbüro Alois Strohmayr.

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  • Nachsorgezentrum Augsburg leistete gute Dienste

    Am 1. Dezember 1997 eröffnete auf dem Gelände der ehemaligen Urologischen Klinik an der Frischstraße 34 das „Nachsorgezentrum Augsburg der gemeinnützigen Gesellschaft zur nachklinischen Versorgung von Hirngeschädigten mbH“. Diese Einrichtung bot weiterführende Rehabilitationsmaßnahmen für Schädel-Hirn-geschädigte Menschen in fünf Wohngruppen mit 36 Plätzen. Es war gut belegt und führte vor allem Jugendliche und junge Erwachsene - unterstützt durch ein speziell ausgebildetes Pflegepersonal - langsam an den normalen Lebensalltag heran. Anteile an der Trägergesellschaft hielten der AWO Bezirksverband Schwaben e.V. mit 40%, der Bezirk Schwaben und der Initiator und private Förderer des Projekts, Max Schuster aus Neusäß, mit jeweils 30%.

     
  • 1931: Arbeitslosigkeit grasierte – Spendenaufruf an Weihnachten

    Bei der Generalversammlung am 19. März 1931 wurde, unter Leitung der beiden Stadträte Otto Berger und Theodor Schwayer sowie Magnus Bunk, der Vorstand mit Clemens Högg, Schneider, Reinhard Stier, Anton Welz und den Frauen Babette Zeeb, Biber, Mathilde Berger (Ehefrau von Otto Berger), Kühne, Wiedemann und Berta Opalka einstimmig wiedergewählt.

    In Augsburg waren in Folge der Weltwirtschaftskrise die Arbeitslosenzahlen von rund 10000 zu Beginn des Jahres 1929 auf über 19000 Anfang 1932 gestiegen; davon waren es Anfang 1929 rund 1000 Langzeitarbeitslose, deren Zahl sich Anfang 1932 auf knapp 10000 erhöht hatte. Es ist daher nicht verwunderlich, dass der Schwerpunkt der Hilfsmaßnahmen sog. „ausgesteuerte Erwerbslose“, d.h. auf öffentliche Wohlfahrtshilfe angewiesene Arbeitslose, Kranke und andere Fürsorgebedürftige waren.

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  • AWO kümmert sich um Zuwanderer

    1968 konnte der Bezirksverband in Augsburg ein Betreuungszentrum für türkische Arbeitnehmer eröffnen. Ebenfalls in Augsburg wurde im Jahr 1970 ein Betreuungszentrum für jugoslawische Arbeitnehmer eingerichtet und beide Zentren mit je einer hauptamtlichen Kraft besetzt. Ab 1970 betrieb der Bezirksverband gleichartige Einrichtungen in Kempten. Ende der 1970er Jahre übernahm der Landesverband die Beratungsstellen, dem Bezirksverband Schwaben wurde die Dienstaufsicht übertragen. In Abstimmung mit den anderen Verbänden kümmerte sich die Arbeiterwohlfahrt um die Betreuung von Arbeitskräften aus der Türkei und dem damaligen Jugoslawien. Die Arbeitsmigranten aus den beiden Ländern bildeten in Schwaben die zahlenmäßig größten Zuwanderergruppen. Ende der 1970er Jahre traten die Probleme der nunmehr zweiten Generation der Zuwanderer in den Vordergrund der Arbeit der Sozialbetreuer.

     
  • Darum schloss die Urologische Klinik in Augsburg

    Die Urologische Klinik am Siebentischwald an der Augsburger Frischstraße 34 fand Aufnahme im Krankenhausplan des Freistaates Bayern und zählt zu den geförderten Krankenhäusern in der Versorgungsstufe "Fachkrankenhaus". Die Klinik hielt gemäß Krankenhausbedarfsplan 58 stets gut belegte urologische Fachbetten vor. Etwa 60 Arbeitskräfte wurden beschäftigt. Das Haus entsprach jedoch Ende der 1980er Jahre baulich nicht mehr den geforderten Maßstäben eines urologischen Krankenhauses. Eine Sanierung war unumgänglich. Eine Planung eines finanzierbaren Ersatzbaus scheiterte, so dass sich die Arbeiterwohlfahrt, auch angesichts der hohen Defizite der letzten Jahre, zur Einstellung des Betriebs durchrang.

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  • 1930: Vorstand bestätigt – Hilfswerk wiederbelebt

    Bei der Generalversammlung des Ortsvereins im März 1930 wurde der Vorstand wiedergewählt: Clemens Högg als Vorsitzender, Frau Babette Zeeb als seine Stellvertreterin, Reinhard Stier als Kassier und Anton Welz als Revisor. Der Verein hatte 272 Mitglieder: 241 natürliche und 31 juristische Personen.

    Nachdem die SPD-Stadtratsfraktion 1930 mit ihrem Antrag, 20 Prozent der Diäten der Stadträte für Wohlfahrtszwecke abzuführen, gescheitert war, beschloss sie, von ihren eigenen Diäten einen Anteil in dieser Höhe der Arbeiterwohlfahrt zur Verfügung zu stellen. Auf dieser Grundlage gelang es dem Ortsverein noch im gleichen Jahr, einen lange gehegten Plan in die Wirklichkeit umzusetzen: Es war der Ankauf eines bäuerlichen Anwesens in Mickhausen, das geeignet war, nach einem Umbau als Kinderferienheim zu dienen.

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  • Kindererholung ist eine Erfolgsgeschichte

    Erholungsmaßnahmen für Kinder, Jugendliche, Mütter und Senioren bildeten von Beginn an einen Arbeitsschwerpunkt der Arbeiterwohlfahrt. Die Anfänge waren bescheiden: So konnten 1950 aus ganz Schwaben 16 Frauen, acht Männer und 12 Mütter zur Erholung geschickt werden. Im Jahr 1951 waren es allein schon 213 Kinder, die im Bergheim Rechtis des Kreisverbandes Kempten und im Kinderheim Schwangau Ferienerholungen genossen. Zudem gab es Angebote für Kinder in  Naturfreunde-Häusern sowie zur Stadtranderholung, beispielsweise im von der Augsburger Arbeiterwohlfahrt gepachteten Karl-Hübsch-Haus in Biburg. In den folgenden Jahren stellten die Kreisverbände und der Bezirksverband in Schwaben neben den genannten das Clemens-Högg-Haus in Mickhausen, das Schloss Niederraunau, das Erholungsheim Legau, das Bergheim Scheffau und das Ferienheim Wertachau bei Pforzen für Erholungsaufenthalte vor allem für Kinder aber auch für Seniorinnen und Senioren zur Verfügung.

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  • AWO weitet Gesundheitshilfe aus

    Die Arbeiterwohlfahrt Schwaben baute den Bereich der Gesundheitshilfe sukzessive aus. Bestehende Maßnahmen im Erholungsbereich und Einrichtungen wie die Fachkliniken Legau und Schönau wurden weiter betrieben und so weit möglich erweitert. Neue Einrichtungen kamen hinzu, teilweise wurden ältere Anwesen wie Wohnheime dafür umgewandelt. In Augsburg entstand auf dem Gelände der Urologischen Klinik ein Nachsorgezentrum. In Kempten beteiligte sich die Arbeiterwohlfahrt Schwaben an der Rehabilitationseinrichtung für psychisch Kranke und Behinderte (RPK) und in Kaufbeuren wurden 1994 im ehemaligen Arbeiterwohnheim Wagenseilstraße die Einrichtung „Betreutes Wohnen“ für psychisch Kranke und Behinderte aufgebaut. In Memmingen nahm Anfang 1982 die Psychosoziale Beratungsstelle Memmingen (PSB) ihren Betrieb auf und eröffnete zudem eine Außenstelle in Mindelheim. Das Zentrum für Aids-Arbeit Schwaben (ZAS) in Augsburg widmete sich ab 1988 unter der Trägerschaft des Bezirksverbandes Schwaben der Betreuung und Versorgung von Aids-Patientinnen und Patienten.

     
  • Högg kämpfte für Gleichbehandlung als Wohlfahrtsverband

    Clemens Högg
    Clemens Högg

    Am 2. Juni 1928 verstarb der Ortsvorsitzende Johann Leonhard Albrecht. Clemens Högg übernahm zuerst kommissarisch, dann gewählt, den Augsburger Vereinsvorsitz und auch den schwäbischen Bezirksvorsitz bis zur zwangsweisen Auflösung der Arbeiterwohlfahrt 1933. Clemens Högg war Landtagsabgeordneter und hauptamtlicher Sekretär der SPD für den Bezirk Schwaben. Ab 1928 befand sich sein Büro – und damit auch das der Arbeiterwohlfahrt – im 1928 fertiggestellten Gewerkschaftshaus in der Eisenhammerstraße 26 (heute: Heinrich-v.-Buz-Straße). Das „Volkshaus“ oder „Rotes Haus“ genannte Gebäude beherbergte Büros der Freien Gewerkschaften, der SPD und weiterer sozialdemokratischer Organisationen. Die sozialdemokratische "Schwäbische Volkszeitung" war satzungsgemäßes Publikationsorgan der Arbeiterwohlfahrt. Die Redaktion und Druckerei der Parteizeitung befanden sich in der Rosenaustraße 40.

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  • Pionierarbeit bei der Kinderbetreuung

    Neben den Einrichtungen für Seniorinnen und Senioren schuf der Bezirksverband Einrichtungen im Bereich der Kinder- und Jugendfürsorge. Kindergärten und Horte wurden aufgebaut und in der Trägerschaft des Bezirksverbandes in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gliederungen der Arbeiterwohlfahrt und der Gemeinden betrieben.

    Neben den unten aufgelisteten Einrichtungen unterhielt die Arbeiterwohlfahrt Schwaben in den 1960er Jahren zeitweise auch Kindergärten in Burgheim (Donau), Deuringen und Langweid-Foret. Die Trägerschaft des Kindergartens in Asbach-Bäumenheim endete Ende der 1970er Jahre.

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  • Behindertenhilfe: Sozialzentrum Neuburg bietet umfassendes Angebot

    Das Sozialzentrum der Arbeiterwohlfahrt in Neuburg war die größte Einrichtung im Bezirksverband Schwaben. Die Arbeitsschwerpunkte lagen auf den Sektoren der Behindertenhilfe und der ambulanten Altenpflege. 1998 wurde mit der Neuorganisation der Einrichtungen begonnen. Die Altenhilfe-Einrichtungen des Sozialzentrums, nämlich Kurzzeit- und Tagespflege, Sozialstation und Offene Behinderten- und Altenarbeit, wurden auch aufgrund der Regelungen der neuen Pflegeversicherung ausgegliedert. Die bis Ende 1999 »eigenständige« Frühförderstation wurde dem Sozialzentrum zugeordnet.

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  • 1927: Albrecht zum Vorsitzenden gewählt

    Die Augsburger Arbeiterwohlfahrt wählte im Frühjahr 1927 Johann Leonhard Albrecht als neuen Vereinsvorsitzenden. Am 16. November 1927 beschloss sie eine überarbeitete Satzung.

    Im Jahr 1927 wurden der Arbeiterwohlfahrt erstmals städtische Mittel in Höhe von 51,70 RM für Kindererholungsmaßnahmen zugebilligt. Sie konnte daraufhin einige Kinder auf Erholung schicken. Da aber der Bedarf größer war, plante die Augsburger Arbeiterwohlfahrt schon zu dieser Zeit ein eigenes Landerholungsheim für geschwächte Arbeiterkinder zu errichten. Das Ziel stand im Einklang mit der auf der Landeskonferenz am 20. März 1927 vom 1. Vorsitzenden des Landesausschusses Bayern, Hubert Dolleschel, erhobenen Forderung nach eigenen Häusern. Der Landesverband und auch der Augsburger Ortsverein lehnten aufgrund der eigenen Planungen die Beteiligung an einer vom Hauptausschuss veranstalteten Lotterie vor allem zugunsten einer eigenen Schwesternschule der Arbeiterwohlfahrt in Berlin rigoros ab, da eine Schwesternschule in Norddeutschland für Bayern keine Bedeutung habe.

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  • 1951: Gründung geglückt, Aufbau abgeschlossen

    Über eine einheitliche und flächendeckende Gliederung der Organisation versuchte die Arbeiterwohlfahrt, ihre Aufgaben und Ziele noch besser anzugehen. Entsprechend der staatlichen Kreiseinteilung wurden Kreisverbände geschaffen. Mit der Gründung des Kreisverbandes Augsburg-Stadt für den Stadtkreis Augsburg und seiner Eintragung als Verein war am 22. September 1951 der organisatorische Aufbau abgeschlossen. Die Etablierung eigener Ortsvereine im Stadtgebiet erfolgte erst ab Ende der fünfziger Jahre.

     
  • Vorreiter bei der Ausbildung

    Im Jahr 1963 hatten sich die Landesverbände Bayern und Baden-Württemberg zusammen mit Arbeitsämtern und den beiden Bundesländern entschlossen, in Augsburg eine Ausbildungsstätte für Altenpflegerinnen einzurichten, der einzigen der Arbeiterwohlfahrt in Bayern zu diesem Zeitpunkt. Grund dafür war der Pflegepersonalmangel, einerseits in Altenheimen, andererseits in den eigenen Altenklubs, die bayernweit im raschen Aufbau begriffen waren. Am 1. April 1964 begann der Kursbetrieb im Altenheim in Göggingen mit einer Ausbildungszeit von drei Monaten. Die Kursdauer wurde wenig später auf ein Jahr ausgedehnt. Nachdem die Urologische Klinik umgebaut worden war, konnte hier der zweite Lehrgang unter der Leitung von Agnes Wolfien angeboten werden. Nach dem dritten Kurs wurde die Schule 1966 nach München verlegt.

     
  • Modellprojekt betriebliche Sozialarbeit gestartet

    Im September 1988 wurde nach Vorgesprächen mit der Betriebsleitung und dem Betriebsrat der Firma Decker in Aichach eine Vereinbarung getroffen, nach der die Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Schwaben e.V. im Betrieb "Betriebssozialarbeit" als Dienstleistungspaket für zunächst ein Jahr durchführt. Die Dipl.-Pädagogin Marion Homölle wurde im Rahmen eines Honorarvertrages mit dieser Aufgabe betraut. Die Firma Decker in Aichach, ein mittelständischer Familienbetrieb der Metallbranche mit ca. 70 Beschäftigten, versprach sich von dem Angebot der Arbeiterwohlfahrt, die Betriebsstrukturen zu verbessern und darüber hinaus den Mitarbeitern Unterstützung und Hilfen zu bieten. Die ersten Ansätze waren erfolgversprechend und wurden von Seiten der Betriebsleitung und der Betriebssozialarbeiterin durchwegs positiv gewertet. Der Modellversuch einer betrieblichen Sozialarbeit sollte eine professionelle Hilfestellung sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer leisten und dabei der Arbeiterwohlfahrt neue Zielgruppen erschließen.

     
  • 1926: Sammler trieben Spenden ein

    Neben der Mitarbeit im Rahmen von Hilfsprogrammen versuchte die Arbeiterwohlfahrt selbständig Sach- und Geldspenden an eigenen Sammelstellen in einzelnen Stadtbezirken bzw. SPD-Sektionen zu beschaffen.

     

    Sammelbereich

    Betreuerinnen und Betreuer
    Lechhausen Elise Nusselt, Hans Braun
    Pfersee Maria Moosreiner, Johann Georg Hofmann
    Oberhausen Theodor Schwayer
    Links und Rechts der Wertach Ackermann, Gustav Schultheis, Reinhard Stier, Max Mannhardt
    Ostend Frieda Anna Raaf
    Nordend Josef Obletshauser
    Innere Stadt Julius Theisz, Leonhard Albrecht
    Untere Stadt Franz Xaver Sennefelder

     

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  • 1948: Göggingen gründet eigene Sektion

    Am 12. März 1946 erklärten August und Thusnelda Ulrich, Hans Unger und Georg Mack ihre Bereitschaft, künftig in Göggingen die Arbeit der Arbeiterwohlfahrt zu aktivieren. Ein Ortsverein wurde aber noch nicht gegründet. Jedoch wurde unter der Ägide von Thusnelda Ulrich im Sommer 1946 eine Nähstube der Arbeiterwohlfahrt errichtet. Ab September 1946 organisierte die Arbeiterwohlfahrt in der Jahn-Schule eine Speisung für täglich bis zu 120 Personen (sog. Flüchtlingsküche). Auch an der Schulspeisung beteiligte sich die Arbeiterwohlfahrt. 

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  • Ambulante Dienste stark ausgebaut

    Zusätzlich zum Betrieb der Alten- und Pflegeheime und der offenen Altenhilfe engagierte sich der Bezirksverband ab den 1970er Jahren in der ambulanten Betreuung und Pflege von älteren Menschen und Behinderten. Dazu baute er teilweise zusammen mit den Gliederungen vor Ort Sozialstationen und Mobile Hilfsdienste auf. Im Jahr 1974 richtete der Bezirksverband zunächst als Modellversuch in Höchstädt a.d. Donau, dann auch in Kaufbeuren-Neugablonz Sozialstationen ein.

    Die Aktion "Essen auf Rädern" wurde ebenfalls ab Mitte der siebziger Jahre unter anderem in Höchstädt a. d. Donau, Kaufbeuren, Kempten, Krumbach und Neuburg a. d. Donau eingeführt. Der Dienst war zumeist an die Küchen der jeweiligen Altenheime angebunden und wurde mit den jeweiligen Kreisverbänden organisiert.

     
  • Anlaufstelle für Gastarbeiter und Kriegsflüchtlinge

    Im Bereich des Bezirksverbandes Schwaben sind 1999 noch fünf Migrationsdienste tätig. Seit 1968 hilft in Augsburg ein Betreuungszentrum türkischen Arbeitnehmern. Das Zentrum war nach mehreren Umzügen (u.a. Bäckergasse 23, Frauentorstraße 25 und Georg-Haindl-Str. 3) in der Schießgrabenstraße 8 angesiedelt. Im Jahr 1970 wurde in Augsburg zudem ein Betreuungszentrum für jugoslawische Arbeitnehmer eingerichtet. Beide Zentren waren mit je einer hauptamtlichen Kraft besetzt. Ebenfalls 1970 installierte der Bezirksverband zwei gleichartige Einrichtungen in Kempten, wobei die Betreuung für jugoslawische Mitbürger 1976 eingestellt wurde, die für türkische Mitbürger in Kempten hatte noch 1999 bestand. Ab 1978 übernahm der Landesverband die Trägerschaft der Beratungszentren, der Bezirksverband behielt die Dienstaufsicht. 1981 eröffnete die Arbeiterwohlfahrt in Neu-Ulm einen mit zwei Personen besetzten Migrationsdienst für türkische und jugoslawische Arbeitnehmer, der für die Landkreise Neu-Ulm und Günzburg zuständig war. Eine weitere Betreuungsstelle für türkische Arbeitnehmer entstand in Memmingen. Zeitweilig (1988) gab es auch in Lauingen eine von Augsburg aus betreute und vom Landratsamt Dillingen unterstützte Beratungsstelle für türkische Arbeitnehmer. Bildeten in früheren Jahren Familiennachzug und Migrationsprobleme den Beratungsschwerpunkt, so waren später arbeits- und aufenthaltsrechtliche Problemfelder, Versicherungsangelegenheiten, familiäre Fragen, Wohnungsprobleme, Gesundheitsfragen und Ausbildungsprobleme der Kinder und Enkel die huptsächlichen Themen der Beratungsgepräche. Zur Arbeit der jugoslawischen AWO-Mitarbeiterinnen kam die Betreuung von Kriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien hinzu. Insbesondere versuchte die Arbeiterwohlfahrt in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Menschen aus Bosnien und später auch aus dem Kosovo zu unterstützen.

     
  • 1923: AWO arbeitet im Hilfswerk mit

    Außer im Rahmen des Wohlfahrtsausschusses arbeitete die Augsburger Ortsgruppe, vertreten durch Johann Buchwieser, bei der im Jahr 1923 eingerichteten „Augsburger Nothilfe“ – auch als „Augsburger Hilfswerk“ bezeichnet – mit anderen Wohlfahrtsverbänden zusammen. Das Hilfswerk verstand sich als „Arbeitsgemeinschaft aller Berufsstände“ mit der Aufgabe, durch Sammlungen und Erlöse von Veranstaltungen Hilfsbedürftigen in der Krise im Zuge der Inflation zu helfen. Vom Landesausschuss des Bayerischen Hilfswerks hatte Augsburg bereits im Januar 1923 einen Zuschuss von 4,5 Millionen RM überwiesen bekommen. Ein Drittel davon sollte den Wohlfahrtsverbänden zur Verfügung gestellt werden und die Arbeiterwohlfahrt wollte dabei mitwirken.

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  • 1925: Im Wohlfahrtsausschuss vertreten

    Am 27. Januar 1925 richtete Stadtrat Georg Mohr nach dem Erlass der am 13. Januar 1925 veröffentlichten bayerischen Verordnung zur Verwaltung der Fürsorgeverbände ein Schreiben an den Stadtrat von Neu-Ulm mit der Bitte, bei der Kammer des Innern der Regierung von Schwaben und Neuburg „zu erwirken, dass dem Verein [für Arbeiterwohlfahrt, Ortsverein Neu-Ulm] nach Art. 1 V Satz 2 Befreiung erteilt wird, und demselben eine Vertretung im Wohlfahrtausschuss der Stadt NeuUlm zuerkannt wird“. Als Begründung hierfür führte er u.a. an, dass „wenn auch nicht offiziell unter diesem Namen schon seit 1921 unter Leitung bestimmter Frauen aus dem Arbeiterstand […] Hilfsbedürftigen aller Kreise besonders in der Inflationszeit hilfreich zur Seite […] stehen“. Der Vorsitzende Mohr erklärte des weiteren, dass diese „Frauen […] schon 4 Jahre lang an der öffentlichen Wohlfahrtspflege der Stadt dadurch beteiligt [sind], indem sie an allen Wohlfahrtmassnahmen der Stadt aktiven Anteil genommen haben, wie Quäckerspeisungen, Suppenküche, Sammeltätigkeit und dergleichen mehr.“ Als Mitgliederzahl gab Mohr „über 100 Frauen und Männer aller Bevölkerungsschichten“ an. Nachdem der Stadtrat – die Sozialdemokraten bildeten in Neu-Ulm die stärkste Fraktion – diesen Antrag befürwortet und am 2. Februar an die Regierung weitergeleitet hatte, gab die Kammer des Innern der Regierung von Schwaben und Neuburg am 6. Februar dem Antrag statt und erteilte dem Ortsverein Neu-Ulm die gewünschte Ausnahmegenehmigung. Am 11. Februar forderte der Stadtrat den Verein für Arbeiterwohlfahrt auf, ein Mitglied und dessen Stellvertreter für den Wohlfahrtsausschuss zu benennen, was Stadtrat Mohr noch am gleichen Tag mit einem Schreiben an Franz Josef Nuißl, den 1. Bürgermeister, erledigte. Die genaue Gründungsgeschichte der Arbeiterwohlfahrt in Neu-Ulm bleibt leider unklar, jedoch deutet Korrespondenz aus den Jahren 1922 und 1923 darauf hin, dass schon seit 1921 eine Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt in Neu-Ulm aktiv war. Dieses Gremium um den „vorläufigen Vorsitzenden“ Ihle sprach sich ganz im Sinne der grundlegenden Ziele der Arbeiterwohlfahrt für die „Errichtung eines Wohlfahrtsamtes“ aus.

     
  • Als Schloss Hainhofen zum Seniorenheim wurde

    Die Augsburger Arbeiterwohlfahrt richtete 1949 im Kindererholungsheim Mickhausen ein Altenheim ein. Die etwa 30 Bewohner waren zumeist Heimatvertriebene und Flüchtlinge mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren. 1953 beendete der Kreisverband die als Notbehelf gedachte Unterbringung von Senioren im Kindererholungsheim Mickhausen. Ein weiteres Altenheim eröffnete die Augsburger Arbeiterwohlfahrt in einem Trakt des Schlosses in Hainhofen, das seit 1.11.1949 der Flüchtlingsverwaltung unterstand. In ihm lebten rund 90 Personen, wiederum zumeist Heimatvertriebene und Flüchtlinge. Dieses immer wieder von Pflegepersonalmangel geplagte Heim wurde 1964 geschlossen.

     
  • 1951: Viele Projekte linderten die Not

    Die Jahresversammlung des Kreisverbandes Neu-Ulm Stadt wählte im März 1951 in der Gaststätte "Bräustüble" einen neuen Vorstand, da der bisherige Vorsitzende Willy Saumweber vom Vorsitz zurücktrat. Nun amtierten:

    1. Vorsitzender Alfred Schneider

    2. Vorsitzende und Nähstubenleiterin

    Lina Amann
    Kassier Fritz Schulrabe
    Schriftführerin Anna Pfänder
    Beisitzerinnen und
    Beisitzer
    Anna Bantleon, Klara Beck, Anna Imhof, Elisabeth Mackh, Willy Saumweber und Peter Schöllhorn
    Revisoren Hans Eitle und Fritz Rupfer
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  • Viele Angebote für Senioren

    Mit Unterstützung des Bezirksverbands betreuten vor allem die Kreisverbände und Ortsvereine die älteren Menschen. Dazu wurden Seniorenclubs, teilweise mit eigenen Clubräumen, und Begegnungsstätten geschaffen, oft in Anlehnung an ein Altenheim des Bezirks. Hinzu kamen Beratungsstellen und später die Sozialstationen des Bezirksverbandes. Im Rahmen der sozialen Dienste für Senioren wurden an einigen Orten Friseur- und Fußpflegedienste, Schwimm- und Gymnastikkurse und andere Veranstaltungen angeboten. Insbesondere für ältere Menschen galt auch das Angebot "Essen auf Rädern".

    Ältere konnten sich auch in Heimen der Arbeiterwohlfahrt erholen. In Schwaben organisierte die Arbeiterwohlfahrt Erholungsmaßnahmen vor allem im Bergheim Scheffau, in der "Wertachau" bei Pforzen und im Altenerholungsheim Legau.

     
  • AWO betreut über 2000 Kinder

    Im Jahr 2000 betrieb der Bezirksverband Schwaben 33 Einrichtungen im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Es waren teilweise eigene Einrichtungen, teilweise hatte der Bezirksverband die Betriebsträgerschaft übernommen. Die jeweiligen Gemeinden leisteten Zuschüsse, aber auch die örtlichen Gliederungen der AWO beteiligten sich zum Teil an der Finanzierung.

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  • 1922 gegründet

    Am 21. März 1922 fand die formelle Gründungsversammlung der Ortsgruppe Augsburg als eingetragener Verein statt. Eine Satzung wurde beschlossen und ein Vorstand gewählt. Nicht alle Gründungsmitglieder lassen sich ermitteln. Mit Sicherheit waren die drei Männer, die bereits 1921 öffentlich als örtliche Vertreter der Arbeiterwohlfahrt in Erscheinung getreten waren, in entscheidender Weise an der Gründung beteiligt: Reinhard Stier sowie die beiden Stadträte Johann Kaspar Martin Buchwieser und Johann Leonhard Albrecht. Gründungsmitglieder waren sicher Barbara Christina („Babette“) Zeeb, Berta Opolka und Katharina („Käthe“) Frickinger.

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  • 1926: Verein angemeldet

    Der Vorsitzende, der aus Neu-Ulm gebürtige Buchdruckmaschinenmeister Wilhelm Maier, meldete mit Schreiben vom 17. Juni 1926 an den Rat der Stadt Kempten den ausdrücklich als „Ortsausschuß des Hauptausschusses der Arbeiterwohlfahrt Berlin“ bezeichneten „Verein für Arbeiterwohlfahrt Kempten und Umgebung“ an und bat um dessen Eintragung in das Vereinsregister. Die formale Vereinsgründung fand wohl kurz vorher statt, die Vorbereitungen dazu dürften die Kemptener Sozialdemokraten schon länger betrieben haben. Zumindest die ausgearbeitete Satzung und vorgedruckten Briefköpfe deuten darauf hin.

     
  • Mit Postkarten und Wohlfahrtsmarken 1926 Spenden gesammelt

    Dem Vereinsvorstand des Jahres 1926 gehörten Adolf Wilhelm (1. Vorsitzender), Wally Kaiser (Stellvertretende Vorsitzende), Fritz Schulrabe (Kassier) sowie Alois Gaiser und Martin Harz (1. und 2. Schriftführer) an. Beisitzer waren Anna Bantleon, Margarete Joos, Schaile, Hans Imhof (Vertreter der Partei), Heinrich Glasbrenner (Vertreter des Stadtrats) und die Lehrerin Anna Pfänder (Hauptausschuss Wohlfahrtsamt).

    Neben den Sammelaktionen und einer Losbrief-Lotterie der Arbeiterwohlfahrt bestand 1926 eine der Möglichkeiten zur Beschaffung bescheidener Mittel u.a. im Verkauf der „Friedrich-Ebert-Postkarte“, auf der der erste Reichskanzler mit seiner handschriftlichen Widmung „Die Arbeiter-Wohlfahrt ist die soziale Selbsthilfe der Arbeiterschaft“ abgebildet war. Die Mitte März 1926 abgehaltenen Friedrich-Ebert-Gedächtnisfeiern des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold boten Gelegenheit, die Postkarten und dazu Wohlfahrtsmarken zu verkaufen.

     
  • 1951 steigt Mitgliederzahl auf über 4.000

    Das erste Projekt, das der Bezirksverband unter dem Vorsitz von Franz Xaver Sennefelder in Angriff nahm, war der von Alois Strohmayr projektierte Bau eines Jugend- und Ledigenwohnheimes mit 100 Plätzen in Stadtbergen in der Sonnenstraße 10. Nach der Grundsteinlegung am 2. September 1950 konnte am 4. November der Hebauf und am 24. Juni 1951 die Fertigstellung gefeiert werden. Parallel dazu wurde im Bereich des Bezirksverbandes bereits weitere Jugendwohnheime in Kempten und Neuburg a. d. Donau gebaut. Die Bauvorhaben von Altenheimen in Schwabmünchen, Gersthofen und Kempten wurden ebenfalls 1951 begonnen.

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  • AWO erhielt enteignetes Erholungsheim Mickhausen zurück

    Die Arbeiterwohlfahrt erhielt ihr Kindererholungsheim in Mickhausen zurück, das 1930 von der Augsburger Arbeiterwohlfahrt mühevoll eingerichtet und von den Nationalsozialisten 1933 enteignet worden war. Von Juli 1946 bis zum Saisonende im September 1948 war das Haus wieder als Erholungsheim verfügbar. Pro Jahr waren dort rund 240 Augsburger Kinder und 240 Flüchtlingskinder zur Erholung. Letztere kamen auch durch Vermittlung der Ortsvereine bzw. Kreisverbände Friedberg, Füssen, Kempten (Allgäu) und Schwabmünchen nach Mickhausen. Weiteren 20 besonders unterernährten Augsburger Kindern ermöglichte der Ortsverein eine Regeneration im Naturfreundehaus in Blaichach.

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  • Hilfe für Kriegsheimkehrer

    Die Betreuung von Kriegsheimkehrern durchzog wie ein roter Faden die Arbeit der Füssener Arbeiterwohlfahrt. Schon vom 10. bis 25. August 1947 sammelte sie zugunsten der Heimkehrer und organisierte eine Veranstaltung im Stadtsaal mit Unterstützung des Stadtrats, des Verkehrsamtes sowie mit Hilfe verschiedener Vereine und Musikgruppen.
    Ein besonderes Betätigungsfeld fand die Ortsgruppe bei der Betreuung von Russlandheimkehrern, die von 1948 bis 1950 im ehemaligen Gasthof Hirsch, einem vom Landesverband Bayern unterhaltenen Behelfskrankenhaus, zu Erholungszwecken untergebracht waren. Für sie wurden mit Unterstützung durch Füssener Geschäftsleute und mit Hilfe von anderen Vereinen, Kirchen und Behörden verschiedene musikalische und sportliche Veranstaltungen sowie Ausflüge in die nähere Umgebung organisiert. Die Heimkehrer zeigten sich u.a. mit dem Verkauf von Arbeiterwohlfahrt-Losen erkenntlich. Das Behelfskrankenhaus wurde zum 31. März 1950 aufgelöst und die Kriegsheimkehrer in einem neuen Heim bei Weilheim betreut.

     
  • Aus dem Orts- wurde ein Kreisverband

    Mit Bildung der AWO-Kreisverbände im Jahr 1950 wurde der vormalige Ortsverein als Kreisverband Neu-Ulm-Stadt umbenannt. Das Betreuungsgebiet war der Stadtkreis Neu-Ulm. Der Kreisverband hatte 59 Mitglieder, 18 Frauen und 41 Männer. Dem Vorstand gehörten nun an:

    1. Vorsitzender Willy Saumweber
    2. Vorsitzender Robert Mackh
    Kassier Fritz Schulrabe
    Schriftführerin Anna Pfänder
    Nähstubenleiterin Lina Amann
    Beisitzerinnen und Beisitzer Anna Bantleon, Marianne Egger, Ottilie Glasbrenner, Anna Imhof, Elisabeth Mackh, Alfred Schneider, Peter Schöllhorn und Magda Trommer
    Revisoren Hans Eitle und Fritz Rupfer
     
  • Eine Heimat für pflegebedürftige Senioren

    Schon in der Gründungsphase des Verbandes versuchte die Arbeiterwohlfahrt Unterkünfte für alte Menschen zu schaffen. Der Bedarf war aufgrund der Kriegsfolgen und des Zuzugs einer großen Zahl von Heimatvertriebenen hoch. Zunächst war es wegen noch mangelnder finanzieller Mittel nur möglich, Altenheime in bestehenden Gebäuden provisorisch einzurichten. Heime wurden in Klosterlechfeld (bis 1952), Niederraunau (bis 1955), Mickhausen (1949 bis 1953) und Hainhofen (Juni 1948 bis 1964) betrieben, die beiden letztgenannten in der Trägerschaft des Kreisverbands Augsburg Stadt. Ab 1952 konnte der Bezirksverband unter erheblichen Anstrengungen mit Eigenmitteln und öffentlicher Förderung neue Altenheime bauen und in eigener Trägerschaft betreiben:

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  • Sozialstationen im Kommen

    Die zumeist an bestehende Alten- und Pflegeheime angeschlossene ambulante Betreuung im Alten- und Behindertenbereich und die Einrichtung von Sozialstationen und Mobilen Hilfsdiensten bildete einen weiteren Schwerpunkt der Tätigkeit des Bezirksverbandes Schwaben. Beginnend im Jahr 1974 mit Höchstädt a. d. Donau als Modellversuch, wurden in Kaufbeuren-Neugablonz, Krumbach, Memmingen, Neuburg a. d. Donau, Schwabmünchen und Wertingen Sozialstationen eingerichtet.

    In den Sozialstationen wurden die verschiedenen örtlichen Dienste der Arbeiterwohlfahrt gebündelt, teilweise, beispielsweise bei Essen auf Rädern, arbeiteten sie mit den Senioren- und Pflegeheimen zusammen. Der Bezirksverband schuf Kurzzeit- und Tagespflegeeinrichtungen in Augsburg, Haunstetten, Gersthofen, Kaufbeuren-Neugablonz, Neuburg a.d. Donau und Schwabmünchen.

     
  • AWO zählt zu den größten Wohlfahrtsverbänden

    Der AWO Bezirksverband war 2015 einer der größten Wohlfahrtsverbände in Schwaben mit fast 10000 Mitgliedern und etwa 3000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Die schwäbische AWO verfügt über 110 Einrichtungen, darunter 24 Seniorenheime, 38 Kindertagesstätten, Sozialstationen, Fachkliniken für Suchtkranke, Beratungsstellen und das Sozialzentrum Neuburg, die zusammen rund 130 Mio. Euro Jahresumsatz erarbeiteten.

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  • Ausschuss war Berlin direkt unterstellt

    Wahrscheinlich schon 1920, sicher ab Februar 1921, bestand in der Augsburger Sozialdemokratie ein Ortsausschuss der Arbeiterwohlfahrt. Die anfängliche Bezeichnung lautete „Arbeiterwohlfahrtausschuss Augsburg“. Dieser Ausschuss war zunächst unmittelbar dem Berliner Hauptausschuss für Wohlfahrtspflege der SPD angegliedert.

    Diese Ortsgruppe fand am 14. Februar 1921 im Zuge der „Auslandshilfe“ eine erstmalige öffentliche Erwähnung als Organisation der freien Wohlfahrtspflege. Die Auslandshilfe war zunächst in der Arbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände Augsburgs – als ein örtliches Gremium des Deutschen Zentralausschusses für die Auslandshilfe in Berlin – organisiert und sollte die Verteilung ausländischer Hilfssendungen für Deutschland übernehmen. Diese Unterstützung sollte die Not der Bevölkerung in der krisenbehafteten Zeit nach dem Ersten Weltkrieg lindern.

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  • 1927: Mitgliederzahl verdoppelt

    Am 14. Februar 1927 fand eine Generalversammlung statt, bei der der wiedergewählte Vorsitzende W. Maier nicht nur von der „Verdopplung der Einzeln- und Korporativmitglieder“ berichten konnte, sondern auch davon, dass 105 Personen unterstützt werden konnten. Zu den allgemeinen Einnahmequellen kamen auch Veranstaltungen, wie ein von der Ortsgruppe am 26. November 1927 organisiertes Wohltätigkeitskonzert beweist. Dazu hatte sie – mit Erfolg – den Stadtrat eingeladen. Die Gesamteinnahmen betrugen 451,40 RM, der Reinertrag 158,08 RM, wie der von dem Vorsitzenden Wilhelm Maier, Kassier Alexander Bucher und dem 1924 aus Augsburg zugezogenen Schriftführer Carl Diem unterzeichneten Abrechnung zu entnehmen ist. Die Hälfte des Gewinns stellte der Vorstand der städtischen Tuberkulosefürsorge zur Verfügung, wofür sich der Stadtrat am 9.12.1927 mit den Worten bedankte: „Diese sehr erfreuliche Zuwendung trägt bei zur Stärkung des Fonds zur Bekämpfung der Tuberkulose, der einer Erhöhung dringend bedarf, weil stets sehr viel Nachfrage nach Unterstützung und nicht genügend an Mitteln vorhanden sind. Es wäre zu wünschen, dass das gute Beispiel des Vereins Arbeiter-Wohlfahrt bei möglichst vielen Vereinen Nachahmung zeitigen würde.

     
  • 1927: Kinder erholen sich im „Spatzennest“

    Bereits 1926 bereitete der Ortsverein eine Erholungsverschickung für Kinder vor, die aber erst 1927 mit 12 Mädchen und 2 Jungen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren durchgeführt wurde. Die Kinder fuhren mit Zuschüssen der AOK Neu-Ulm (pro Kind und Tag: 60 Pfennig) und der Rosenheimer Reichsbahn-Betriebskasse (ein Drittel der Kosten) für vier Wochen ins „Spatzennest“. Das „Spatennest“ war zu Pfingsten 1927 von den Naturfreunden Ulm neu eröffnet worden. Es besteht heute noch bei Blaustein-Weidach.

     
  • AWO weitet Hilfsprogramm 1950 aus

    Bis Ende 1950 entstanden in Schwaben 22 Kreisverbände, 119 Ortsvereine und 11 Stützpunkte – der Vorform eines Ortsvereins – mit insgesamt rund 4000 Mitgliedern. Das rasche Anwachsen der Arbeiterwohlfahrt, vor al­lem in ländlich geprägten und damit noch von anderen Sozialstrukturen bestimmten Regionen Schwabens, war im wesentlichen eine Folge des starken Zustroms von Vertriebenen und Flüchtlingen sowie deren Engagements.

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  • Nähstube machte Schule

    1947 richtete die Arbeiterwohlfahrt eine Nähstube am Rabenbad 6 ein, in der täglich 15 bis 20 Frauen arbeiten konnten. Die Frauen stellten in diesem Jahr 392 Kleidungsstücke her bzw. besserten sie aus. 1948 kam eine teilweise vom Arbeitsamt geförderte Nähschule – eine der ersten in Augsburg – in den Räumlichkeiten der Geschäftsstelle in der Äußeren Uferstraße 9 dazu. Bis 1951 wurden hier insgesamt 187 Mädchen mit zusammen 3598 Fördertagen unterrichtet.

     
  • Mering: Sie wollten die Not lindern

    Am 12. Juni 1948 wurde von Lukas Diepold, Karl Hanel, Rudolf Maier, Karl Schmid, Jakob Schmid und Josef Täfler am Rande einer SPD-Mitgliederversammlung der Beschluss gefasst, in Mering einen Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt zu gründen. Ziel war, die Not der Nachkriegszeit zu lindern. Der neugegründete Ortsverein widmete sich vor allem der Verteilung von Lebensmitteln an Bedürftige, die von den Amerikanern zur Verfügung gestellt wurden. Die ersten Vorsitzenden von 1948 bis 1952 waren Karl Hanel, Rudolf Maier und Karl Schmid.

     
  • Vorstand wurde 1948 wiedergewählt

    Auf der Generalversammlung am 18. Januar 1948 wurden alle Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Anfang Januar 1948 erhöhte sich die Mitgliederzahl der Füssener Arbeiterwohlfahrt um weitere acht auf 137 Personen.
    Für Hilfsbedürftige, Neubürger und Heimkehrer wurden im Büro in der Brunnengasse 6 jeden Mittwoch von 19 bis 21 Uhr und jeden Samstag von 14 bis 16 Uhr Beratungsstunden abgehalten. Hier lag auch die Eintragliste der Arbeiterwohlfahrt-Lotterie auf. 1948 kamen CARE-Pakete ebenso zur Verteilung wie Geld- und Sachmittel. Ein Vertreter der Ortsgruppe beteiligte sich an einer Besprechung mit dem Oberbürgermeister wegen der Neubesetzung eines Postens bei der Schulspeisung; zudem kontrollierte Franz Leising mehrmals deren Küchen. Am 14. März war er als Delegierter bei der Bezirkskonferenz in Augsburg.

     
  • Jettingen: Nähstube war ein großer Erfolg

    Am 1. Januar 1948 wurde der Ortsverein Jettingen von 25 Personen gegründet. Zum Gründungsvorstand, der bis 1961 arbeitete, wurden gewählt:

    1. Vorsitzende Maria Richter
    2. Vorsitzende Anna Hamp
    Schriftführer Ludwig Schuler
    Kassier  Karl Bachmayer


    In den ersten Jahren nach der Gründung waren vielfältige Aufgaben zu bewältigen. Das Hauptaugenmerk richtete sich jedoch auf die Linderung der Not. Umfangreich waren die Notfälle der damaligen Zeit und beanspruchten den unermüdlichen Einsatz der Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt.
    Einen ersten Erfolg erzielte der Ortsverein durch die Einrichtung einer Nähstube mit vier Nähmaschinen. Frauen konnten dort unter fachlicher Anleitung Nähen lernen. Zudem wurde ein Aufenthaltsraum für Jugendliche eingerichtet.

     
  • Vöhringen: Hilfsbereitschaft war groß

    Zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg, 1947, wurde der Ortsverein Vöhringen der Arbeiterwohlfahrt gegründet. Gründungsmitglieder waren Frieda Grünes, Johann Elsner, Johann Irgej, Benno Schrott, Raimund Tauchen und Alois Würfel. Der Ortsverein war bestrebt, die bitterste Not der Nachkriegszeit zu lindern. Die von den Mitgliedern gesammelten Beträge wurden in Form von Gutscheinen an die ärmsten Einwohner verteilt. Die Bereitschaft vieler Bürger und Mitglieder, die Geld- und Sachspenden gaben, ermöglichte die Hilfe.

     
  • Neugablonz: 15 Mitglieder gründen eigene Ortsverein

    In Neugablonz fanden sich am 1. April 1949 15 Mitglieder in einem eigenen Ortsverein neben dem in Kaufbeuren zusammen. Gründungsmitglieder waren: Martha Bork, Gustav Elstner, Wilhelm Frey, Richard Hawelka, Paul Hundt, Walter Jerie, Walter Kaulfuß, Melanie und Reinhard Linke, Richard Reckziegel, Ella Rosenauer, Elisabeth Seiboth, Emil Tauchmann, Ida Ullmann und Otto Wittig. Zum Vorsitzenden wurde Paul Hundt gewählt.

     
  • Obergünzburg: CARE-Pakete verteilt

    1948 wurde der Ortsverein Obergünzburg gegründet. Gründungsmitglieder waren Josef Klust, Karl Winter und Emma Erben. Von 1948 bis 1950 amtierte Karl Winter als Erster Vorsitzender. Von 1950 bis 1951 war Rudolf Hausmann Ortsvereinsvorsitzender.

    In den Jahren nach Kriegsende versuchte der Ortsverein, die Not vor allem von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen zu lindern. Insbesondere wurden Lebensmitteln aus CARE-Paketen verteilt. Bereits 1950 gründete der Ortsverein einen Altenclub in Obergünzburg.

     
  • 1949: Vorstand gewählt, Spenden gesammelt

    Die Jahresversammlung am 10. März 1949 wählte den Vorstand neu:

    1. Vorsitzender Willy Saumweber
    2. Vorsitzender Robert Mackh
    Kassier Fritz Schulrabe
    Schriftführerin Anna Pfänder
    Nähstubenleiterin Lina Amann
    Beisitzerinnen und Beisitzer Anna Bantleon, Marianne Egger, Anna Imhof, Elisabeth Mackh und Peter Schöllhorn
    Revisoren Fritz Rupfer und Alfred Schneider

     

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  • Stadtbergen: Hier wohnten auswärtige Lehrlinge

    Der Bezirksverband Schwaben eröffnete das Jugend- und Ledigen-Wohnheim Stadtbergen 1951. Das Wohnheim sollte in Zeiten der akuten Wohnungsknappheit auswärtigen Jugendlichen eine Unterkunft an ihrem Arbeitsort geben. Daneben diente das Haus dazu, für Mädchen nach dem Besuch der Schule hauswirtschaftliche Grundlehrgänge abzuhalten. Dazu baute der Bezirk die nötigen Einrichtungen wie Lehrküche und Unterrichtsräume ein. Zunächst standen 100 Heimplätze für 16-18 jährige berufstätige Frauen und für 14-16jährige Schülerinnen der Hauswirtschaftskurse zur Verfügung.

    Die Arbeiterwohlfahrt bemühte sich im Heim eine behagliche und familiäre Atmosphäre für die Jugendlichen zu schaffen. Die Einrichtung war mit der schwäbischen Bezirksverwaltung der Arbeiterwohlfahrt, die im Gebäude untergebracht war, verbunden. Die Räumlichkeiten wurden zeitweise auch vom Ortsverein Stadtbergen und der Kreisverwaltung Augsburg Land genutzt.

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  • So reagierte die AWO auf die Pflegeversicherung

    Die Seniorenheime wandelten sich immer mehr zu Pflegeheimen, da fast nur noch pflegebedürftige Menschen in die Heime kamen. Rüstige Ältere fanden außerhalb der Heime eine Wohnalternative. Die AWO reagierte darauf. 1999 waren fast 70 % der Heimplätze in den Pflegebereichen angesiedelt. Durch die Leistungsbestimmungen der Pflegeversicherung mussten in der stationären wie auch der ambulanten Altenhilfe verstärkt verwaltungstechnische Aufgaben bewältigt werden. Auch die Qualitätssicherungsmaßnahmen brachen einen stark erhöhten Handlungsbedarf mit mehr Personalbindung mit sich. Zwar wurden in den Einrichtungen der schwäbischen AWO insbesondere die Qualitätsstandards erfüllt, doch kam es zu einer angespannten Lage bei der Finanzierung.

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  • Hilfsfonds gegen Kinderarmut aufgelegt

    Die AWO in Schwaben führte in den Jahren 2009 und 2010 Sozialkonferenzen durch. Sie dienten dem Ziel der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und sozialpolitischen Themen und führten Ehren- und Hauptamtliche mit Experten zusammen. Mit den Themen „Familie in Not – Armut der Familien ist Kinderarmut“ (2009) und „Kinder, Jugend, Sucht – Abhängigkeiten im Kontext unserer Gesellschaft“ (2010) setzte der Verband in der Öffentlichkeit über die Grenzen Schwabens hinaus Akzente. Im Rahmen des gemäß der Beschlüsse der Sozialkonferenz 2009 mit 50.000 € ausgestatteten Hilfsfonds für von Armut betroffene Kinder gelang es, Betroffene im Bedarfsfall finanziell zu unterstützen. Vor allem Erholungsaufenthalte armer Familien in Familienferienstätten konnten so gefördert werden.

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  • 1933: Nazis zerschlagen AWO und verhaften Funktionäre

    Die Nationalsozialisten zerschlugen auch in Augsburg alle Organisationen der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung bzw. übernahmen sie, um sie in ihrem Sinne fortzuführen. Das betraf auch den Ortsverein der Augsburger Arbeiterwohlfahrt. Die Einrichtungen wie das Kinderferienheim in Mickhausen und das Vermögen wurden enteignet. Im Rahmen der Zerschlagung der Arbeiterbewegung wurden ab März 1933 auch Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt verhaftet. Unter den in Schutzhaft genommenen und öffentlich an den Pranger gestellten Sozialdemokraten waren Valentin Baur, Otto Berger, Clemens Högg, Franz Xaver Sennefelder und Karl Wernthaler. Johann Buchwieser, Oberaufseher des Obdachlosenasyls und Geschäftsführer des städtischen Holzhofs, wurde nicht nur verhaftet, sondern aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ zudem aus dem städtischen Dienst entlassen.

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  • 1926 fing alles an

    In der ersten Jahreshälfte Jahres 1926 wurde der Ortsverein Günzburg gegründet. Sein Tätigkeitsbereich erstreckte sich sowohl auf die Stadt Günzburg wie auch auf den Amtsbezirk. Eine erste Anerkennung dieser Tätigkeit war die Wahl eines Vertreters der Arbeiterwohlfahrt in den Wohlfahrtsausschuss durch den Stadtrat von Günzburg.

     
  • 1928: Maier konnte Erfreuliches berichten

    Am 13. Oktober 1928 konnte ein auf das 100. Todesjahr von Franz Schubert programmlich abgestimmtes Benefizkonzert durchgeführt werden, bei dem die Kemptener Chöre Volkschor und Typographia mitwirkten. Der Vereinsvorsitzende Wilhelm Maier berichtete auf der Generalversammlung vom 12. März 1929 über das Jahr 1928: Der Verein hatte nun 100 Einzelmitglieder. Daneben erhöhte sich die Zahl der korporativen Mitglieder durch den Anschluss des Reichsbunds der Kriegsbeschädigten auf 23 mit insgesamt über 4000 Mitgliedern. 1928 konnte in 225 Fällen Unterstützung im Gesamtwert von 1353,80 RM gewährt werden. Die Jahreseinnahmen beliefen sich auf 3605,86 RM, die Ausgaben auf 3103,97 RM. In der Nähstube der Arbeiterwohlfahrt wurden an zusammen über 80 Nachmittagen und Abenden in ehrenamtlicher Arbeit 551 Kleidungs- und Wäschestücke neu bzw. wieder hergestellt.

     
  • Schöllhorn amtierte bis zum Verbot

    Zu den weiteren Vorsitzenden diesen Jahren vor dem Verbot gehörte der Stadtrat Heinrich Glasbrenner – u.a. mit Anna Pfänder als Schriftführerin und Adolf Wilhelm als Kassier. Der letzte Vorsitzende des Ortsvereins war der Stadtrat Peter Schöllhorn. 1932 zur Hochzeit der Weltwirtschaftskrise musste es unter anderem Aktivitäten für eine Nähstube gegeben haben, da Frauen von der Arbeiterwohlfahrt aus Neu-Ulm an einem Lehrgang für Nähstubenleiterinnen in Honau teilgenommen haben. Außerdem wurden Suppenküchen eingerichtet.

     
  • Am 1. Januar 1947 ging es offiziell los

    Mit der Gründung des Bezirksverbandes zum 1. Januar 1947 befand sich die nun mit einer Halbtagskraft besetzte Geschäftsstelle zunächst im Augsburger Heilig-Geist-Spital (Beim Rabenbad 6) und dann in der Äußeren Uferstraße 9. Nach der vorübergehenden Unterbringung im Gewerkschaftshaus in der Schaezlerstraße 13 wurde sie Mitte 1951 nach Stadtbergen verlegt. Der erste Vorsitzende des Bezirksverbandes war von 1947 bis 1951 der Augsburger Franz Xaver Sennefelder.

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  • Die Linderung der Not stand im Vordergrund

    Die erste Tätigkeit – mit dem vordringlichen Ziel der Linderung der täglichen Not – lässt sich in Augsburg ab Sommer 1946 nachweisen. Von 1946 bis August 1947 wurden rund 900 Personen mit Lebensmitteln, 1423 Kleidungsstücken und 931 Paar Schuhen versorgt und rund 11000 Essensportionen verteilt. Allein bei der Weihnachtsfeier 1946 wurden 500 Kinder und 200 sonstige Bedürftige beschenkt.

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  • Kissing: Hanel ergriff die Initiative

    Der Ortsverein Kissing wurde auf Initiative des Meringer Ortsvereinsvorsitzenden Karl Hanel am 30. April 1949 im Gasthof "Marxenwirt" im Anschluss an eine Versammlung der Kissinger SPD gegründet. 17 Personen schlossen sich spontan der Arbeiterwohlfahrt an. Unter den Gründungsmitgliedern waren Otto Bittner, Josef Buchard, Josef Dimter, Klemens Gotschlich, Franz Grötzbach, Richard Hartwich, Eduard Just, Richard Knittel, Franz und Josef Koblischke, Simpert Kratzer, Franz Müller, Franz Scholz, Karl Schwarz und H. Wohlmuth.

    Der Ortsverein stand zunächst unter der kommissarischen Leitung von Josef Koblischke und Karl Schwarz. Schwarz wurde in einer kurz darauf einberufenen Versammlung zum 1. Vorsitzenden gewählt, Franz Scholz übernahm das Amt des Kassiers. Bereits im Herbst dieses Jahres 1949 konnten Mitglieder die erste Sammlung durchführen und von einem Teil des Erlöses für Notleidende Weihnachtsgeschenke beschaffen. Zudem kümmerte sich der Ortsverein ab 1949 um die Verteilung von CARE-Paketen in Kissing.

     
  • 1947: Ausschuss tagte im Wohnzimmer

    Da alle Vorgaben im Rahmen der Entnazifizierung erfüllt waren, erfolgte die offizielle Lizenzierung der Arbeiterwohlfahrt Füssen am 1. März 1947. Die erste Sitzung des erweiterten Ausschusses fand am 4. März 1947 in der Wohnung des Gründungsmitglieds Fritz Leising in der Marienstraße 14½ statt. Anwesend waren Josef Angerer, Alois Berktold, Elisabeth Bronner, Johann Graf, Franz Leising, Fritz Leising, Adolf Oberwalder, Frieda Sailer und Ludwig Srb. Auf dieser Sitzung übergab Josef Angerer das Amt des Vorsitzenden an Franz Leising. Weiter wurde die gerechte Verteilung von CARE-Paketen und Spenden aus den USA sowie eine sechstägige Speisungsaktion der Ortsgruppe für 115 unterernährte Kinder und fünf Rentner in der Bahnhofsgaststätte von Füssen organisiert.
    In der Folgezeit bemühte sich der Verein unter anderem um die Verteilung von Hilfsgütern, um die Betreuung von Kriegsheimkehrern, die Kindererholung in Mickhausen und die Beteiligung des Ortsvereins an der Arbeiterwohlfahrt-Lotterie. Ab November bereitete der Vorstand die Weihnachtsfeier am 14. Dezember 1947 im Gasthaus Zum Lamm vor. Dabei konnten 90 Kinder und alle Arbeitsinvaliden mit Geschenken bedacht werden.

     
  • Burgau: Start mit 46 Mitgliedern

    Am 29. März 1947 wurde der Ortsverein Burgau gegründet. Aus der Gründungsschrift geht hervor, dass sich 46 hilfsbereite Menschen in Anwesenheit des damaligen 1. Bürgermeisters Franz Mang und des 2. Bürgermeister Josef Kraus als Mitglieder eintragen ließen und somit den Grundstein für den Ortsverein Burgau legten. Bei der Gründungsversammlung referierte Maria Simon aus Augsburg über die Arbeiterwohlfahrt.

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  • Kegelbahn war beliebter Treffpunkt

    Im Frühjahr 1948 war der ehemalige Gasthof »Hirsch« noch von Amerikanern belegt. Daher trafen sich drei Männer, Rudolf Appelt, Hermann Heumann, Franz Leimer in der sich im Hof des Gasthofs befindenden Kegelbahn und gründeten die Ortsgruppe Illertissen der Arbeiterwohlfahrt. Einige wenige Mitglieder stießen zu den Gründern und die Gruppe begann unter schwierigsten Voraussetzungen mit ihrer Hilfs- und Unterstützungsarbeit an bedürftigen Mitbürgern. Lange Zeit war die Kegelbahn des Gasthofs der Treffpunkt der Arbeiterwohlfahrt. Auch Vorstandssitzungen wurden hier abgehalten.

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  • Buchloe: Peschel folgte auf Pechan

    Der Ortsverein Buchloe wurde am 1. Februar 1948 durch Matthias Denzel, Johann Holzner, Fritz Nuber, Johann Pechan, Wenzel Rippel, Emil Taubmann und Heinrich Virgin gegründet. 1. Vorsitzender war von 1948 bis 1951 Johann Pechan. Zu seinem Nachfolger wurde 1951 Josef Peschel gewählt, der bis 1966 im Amt war.

     
  • Bergheim Rechtis: Beim Bau floss viel Schweiß

    Das erste durch den Kreisverband Kempten (Allgäu) in der Nachkriegszeit realisierte Projekt war der wesentlich durch Spenden und Eigenleistung bewerkstelligte Bau des Bergheims Rechtis. Nachdem im Sommer 1947 das Mitglied Wendelin Haaf die ersten Kinder zur Erholung in sein eigenes Haus aufgenommen hatte, gelang es 1948 dank der Initiative des Kreisvorsitzenden Andreas Homanner, im Gebiet der Gemeinde Weitnau auf dem ansteigenden Bergrücken „Himmeleck“ in rund 1000 m Höhe ein geeignetes Grundstück für ein Erholungsheim zu finden. Landrat Adolf Schmidt sowie Albert Wehr, 2. Bürgermeister von Kempten und Mitglied der Arbeiterwohlfahrt, verhalfen dem Kreisverband kostenlos zu einer Baracke des früheren Reichsarbeitsdienstes. In Eigenarbeit wurden die Bauteile, die auf den letzten paar hundert Metern zur Baustelle getragenen werden mussten, zusammengesetzt und außen mit Holzschindeln versehen. In der Baracke wurden eine Küche, ein kleiner Aufenthaltsraum und ein Schlafraum für 15 Kinder eingerichtet. Zur Trinkwasserversorgung musste eine Leitung vom Tal aus zur Hütte verlegt werden. 1949 konnten die ersten Kemptener Kinder zur Ferienerholung einziehen.

     
  • Ortsverein gegründet, um zu helfen

    Am 12. Juli 1947 wurde der Ortsverein Marktoberdorf gegründet. Unter anderen gehörten zu den Gründungsmitgliedern: Hans Adolf, Hermine Bräth, Karl Cermak, Erwin Drechsel, Hans Hoschka, Franz Link, Felix Ostler. Zum ersten Ortsvorsitzenden wurde Erwin Drechsel gewählt, der dieses Amt bis 1952 innehatte. Mit der Gründung des Ortsvereins sollte in der schweren Nachkriegszeit die Hilfe und Betreuung sozial schwacher Personen und Familien gefördert werden.

     
  • Mit der Nähstube fing es an

    Eine der ersten Einrichtungen konnte mit Hilfe des Arbeitsamtes geschaffen werden. Es war eine Nähschule für 50 schulentlassene Mädchen, die am 5. August 1949 in den Räumen der Lassigny-Kaserne ihre Arbeit aufnahm. Nachdem die Nähschule provisorisch in das Gebäude der Volksbank umgezogen war, konnte sie am 1. Oktober 1951 im neugeschaffenen, allerdings erst 1952 offiziell eröffneten Heim der Arbeiterwohlfahrt untergebracht werden. Mit der Nähschule leistete die Arbeiterwohlfahrt einen Betrag, um den in der Nachkriegszeit verbreiteten Mangel an Ausbildungs- und Beschäftigungsstellen für jugendliche Schulabgänger zu mindern.

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  • Senden-Ay: Ein Wunsch erfüllte sich nicht

    1950 wurde in Senden-Ay ein Ortsverein aufgebaut. Es war der zweite im Kreisverband Neu-Ulm Land. Karl Fritz leitete als Vorsitzender den neuen Verein bis 1954. Fritz übernahm auch bald Aufgaben im Vorstand des Kreisverbands. Ein frühes Ziel des Ortsvereins war die Errichtung eines Altenheims der Arbeiterwohlfahrt in Senden. Dieses Bestreben blieb aber erfolglos.

     
  • 1948: Im Bann der Währungsreform

    Die Währungsreform im Juni 1948 erschwerte die Arbeit des Ortsvereins, da die mühsam gesammelten Barmittel schlagartig entwertet wurden. Trotz Währungsreform ermöglichte die Arbeiterwohlfahrt im Sommer 16 Kindern die Teilnahme an einem Zeltlager der Falken im Karthäuser-Tal bei Nördlingen. Auch die Hilfe für entlassene Kriegsgefangene wurde mühevoll aufrechterhalten.

    Ab 27. Juli 1948 war der Verein auch im Wohlfahrtsausschuss der Stadt Neu-Ulm vertreten und konnte an Zuschüssen partizipieren. Die Arbeiterwohlfahrt steigerte ab November 1948 ihre Bemühungen, nachdem in Neu-Ulm ein Entlassungslager für bayerische Kriegsheimkehrer errichtet worden war.

    Die gemeinnützige Baugenossenschaft Neu-Ulm stellte der Arbeiterwohlfahrt gegen mäßige Miete einen Raum zur Verfügung, in dem mit viel Eigenleistung eine Nähstube eingerichtet werden konnte. Die Grundlage bildeten zwei 1933 von den Nationalsozialisten beschlagnahmte und nun zurückerhaltene Nähmaschinen aus der früheren Nähstube der Arbeiterwohlfahrt. Die neue Nähstube konnte am 20. September 1948 eröffnet werden. In ihr wurden in ehrenamtlicher Arbeit gespendete Kleidungsstücke instandgesetzt, um sie an Bedürftige weiterzureichen.

    An der Lotterie der Arbeiterwohlfahrt und der Sammlung zugunsten von Betroffenen der Währungsreform, initiiert vom Bayerischen Landtag, beteiligte sich der Ortsverein mit großem Erfolg. Zu Weihnachten konnten 120 bedürftige Familien mit Lebensmittel- und Kleiderpaketen unterstützt werden.

     
  • Bobingen: Ortsverein wächst schnell

    Der Ortsverein Bobingen wurde wohl am 1. Juli 1948 von Rudolf Demuth, Otto Derbsch, Maria Frei, Emmi Hocke, Wilhelm Knobloch, Michael Schäffer und Elfriede Willmann gegründet. Den Vorsitz übernahm Michael Schäffer. Der Ortsverein setzte sich als Ziel, die Nachkriegsnot zu lindern. Im Laufe der ersten Jahre wuchs der Ortsverband von 20 auf 70 Mitglieder.

     
  • Weitere Infos

     
  • Wohnungsmangel bekämpfen

    Im ersten Jahrzehnt nach 1950 errichtete und betrieb der Bezirksverband Wohnheime für Auszubildende, "Ledige" und Berufstätige, soweit es seine finanziellen Möglichkeiten zuließen. Vor dem Hintergrund der akuten Wohnungsknappheit war damit die Absicht verbunden, besonders auswärtigen Jugendlichen eine Unterkunft an ihrem Arbeitsort zu geben. Die Errichtung erfolgte auch auf Anregung der örtlichen Arbeitsämter:

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  • In der Altenhilfe stark engagiert

    Die Altenhilfe der AWO befand sich in den 1980er und verstärkt in den 1990er Jahren, insbesondere durch die Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995, in einem elementaren Wandlungsprozess mit weitreichenden Veränderungen. Das Referat Altenhilfe des Bezirksverbandes betreute zur Jahrtausendwende:

    19 Alten und Pflegeheime
    5 Altenwohnanlagen
    5 Wohnanlagen „Betreutes Wohnen“
    9 Ambulante soziale Dienste
    7 Kurzzeitpflege-Stationen
    2 Tagespflege-Einrichtungen
    5 Stationen der Gerontopsychiatrie

    Dazu beschäftigte der Bezirksverband Schwaben in der stationären Altenhilfe 1258 und in der ambulanten Altenhilfe 83 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Offene Altenhilfe wurde weiterhin vor allem von Kreisverbänden und Ortsvereinen, teilweise in Zusammenarbeit mit den Bezirkseinrichtungen, angeboten.

     
  • 2007 wurde Organisationsstruktur geändert

    Die schwäbische Arbeiterwohlfahrt beschloss im Rahmen der außerordentlichen Bezirkskonferenz 2007 in Kempten eine neue Organisationsstruktur. Der Verband wurde danach über ein ehrenamtliches Präsidium geführt, das aus seinen Mitgliedern einen fünfköpfigen Verwaltungsrat und einen hauptamtlichen Vorstand berufen hatte. Verwaltungsrat und Vorstand widmeten sich unter fachlichen Gesichtspunkten vornehmlich den Einrichtungen und Betrieben. Die neue Organisationsstruktur war vor allem durch die notwendige Entflechtung der Mitgliederorganisation und deren sozialpolitischen Aufgaben von den Einrichtungen und Diensten begründet, auch um schneller und bedarfsgerechter auf strukturelle Veränderungen reagieren zu können. Außerdem stand nach der Reform für das ehrenamtlich tätige Präsidium ein größeres Zeitbudget zur Verfügung. Dies war auch deshalb notwendig, da sich die AWO verstärkt als sozialpolitischer Interessenverband in die politische Diskussion einbringen musste.

     
  • Bezirksverband gegründet: Högg folgte auf Albrecht

    Am 5. April 1925 hatten die bayerischen Orts-, Kreis- und Bezirksverbände die Gründung eines eigenen Landesausschusses beschlossen. Sie erfolgte am 29. April des gleichen Jahres. Damit war der organisatorische Aufbau der Arbeiterwohlfahrt in Bayern zu einem ersten Abschluss gekommen. In einem nächsten Schritt sollte der bestehende Bezirk Oberbayern-Schwaben neu gestaltet werden. Anfang Dezember 1925 wurde Leonhard Albrecht, der Vorsitzende der Augsburger Arbeiterwohlfahrt, zur Gründung eines eigenen Bezirksverbandes Schwaben aufgefordert. Am 17. Januar 1926 fanden sich auf Einladung Albrechts Mitglieder örtlicher Organisationen der Arbeiterwohlfahrt aus Augsburg, Günzburg, Kaufbeuren, Memmingen und Mindelheim in Augsburg im Gasthaus Weißer Ochse zusammen und beschlossen, einen Bezirksverband für Schwaben mit Sitz in Augsburg zu gründen. Nachdem der Beschluss aber noch nicht umgesetzt worden war, erneuerte eine am 10. Oktober 1926 wieder von der Augsburger Ortsgruppe organisierte Konferenz in Kaufbeuren einstimmig den Beschluss zur Gründung. Doch erst im Anschluss an eine am 20. März 1927 in Augsburg abgehaltene Landeskonferenz der Arbeiterwohlfahrt fand eine ,Bezirkskonferenz‘ statt. Erneut stellte Albrecht den Antrag für die Gründung eines Bezirksverbandes Schwaben, der „nach kurzer Debatte“, so die Schwäbische Volkszeitung am 29. März 1927, angenommen wurde. Vorsitzender wurde Leonhard Albrecht. Den Aufbau und die Organisation übernahm die Augsburger Ortsgruppe.

    Der Zusammenschluss erfolgte pragmatischen Gründen: Umfangreichere Vorhaben waren weder auf lokaler noch auf regionaler Ebene allein zu bewältigen. Andererseits war er für die Ortsvereine auch mit entsprechenden Zahlungen an die übergeordneten Instanzen verbunden. Die Geschäftsstelle wurde im Haus Lit. G 326 (heute Oberer Graben 19) eingerichtet. Es war die Privatadresse von Leonhard Albrecht. Sie hatte u.a. auch für den Informationsfluss an die örtlichen Vertretungen zu sorgen. Nur für eine verhältnismäßig kurze Zeit konnte Albrecht die Geschicke des Bezirksverbands leiten. Er verstarb am 2. Juni 1928. Sein zunächst kommissarischer Nachfolger wurde Clemens Högg. Mit ihm kam es zu einer deutlichen Trennung zwischen Ortsgruppe Augsburg und Bezirksverband Schwaben. Selbst an solchen Äußerlichkeiten wie einem neuen Briefkopf war dies zu erkennen: Er führte „Verein Arbeiterwohlfahrt, Bezirk Schwaben“ ein.

    1933 verboten die Nationalsozialisten die Arbeiterwohlfahrt auch in Schwaben.

     
  • 1930: Kein Platz für AWO im Fürsorgeausschuss

    Als das Bezirksamt Günzburg, der spätere Landkreis, im Juni 1930 die Neubildung eines Bezirksfürsorgeausschusses ausschrieb, bewarb sich die Günzburger Arbeiterwohlfahrt um einen Vertreter. Der Vorsitzende des Ortsvereins, der Oberpfleger Josef Riedel, schlug vor, Otto Geiselhart, den Kassier des Ortsvereins Günzburg, und als dessen Stellvertreter Alois Kaltenegger, einen Textilarbeiter aus Burgau, in dieses Gremium zu berufen. Als Begründung wurde angeführt, dass der Verein 55 Mitglieder stark sei, über Einnahmen von 500 RM an Beiträgen und 200 RM Spenden pro Jahr verfüge sowie in den Orten Wasserburg, Denzingen, Kötz, Nornheim, Burgau und Bühl, also bezirksweit vertreten sei. Trotzdem wurde die Arbeiterwohlfahrt im neuen Fürsorgeausschuss nicht berücksichtigt, da das Bezirksamt die Mitgliederzahl der Arbeiterwohlfahrt zu niedrig erachtete. Eine Beschwerde bei der Kreisregierung war in dieser Sache erfolglos.

     
  • 1930: Fonds für Erholungsheim aufgestockt

    Aus dem Tätigkeitsbericht des Geschäftsjahres 1930 geht hervor, dass nicht nur 50 Mark der städtischen Tuberkulosefürsorge zuflossen, sondern auch 260 Hilfsbedürftige mit 1375 Mark unterstützt wurden. Ein eigener Fonds zur Errichtung eines Erholungsheimes konnte von 467,35 Mark (1929) auf 775,81 Mark aufgestockt werden. Außerdem wurde die eigene Nähstube mit einer vierten Nähmaschine versehen, so dass an je 45 Nachmittagen und Abenden insgesamt 795 Kleidungsstücke hergestellt werden konnten. Nach dem ersten vergeblichen Anlauf war es 1930 auch gelungen, einen Beisitzer in den städtischen Wohlfahrtsausschuss zu entsenden. Delegierte der Ortsgruppe nahmen auch an der Landeskonferenz vom 21. bis 22. Juni 1930 in Nürnberg teil. Zwölf Kindern, vor allem auch aus kinderreichen Familien, konnte 1930 mit Unterstützung der Ortsgruppe – die Kosten betrugen 385,40 RM – eine Erholungsverschickung in das Naturfreundehaus am Gschwendnerhorn ermöglicht werden.

     
  • 1933: AWO zerschlagen, Zimmer entzogen

    Der Stadtrat Neu-Ulm teilte in seinem Schreiben vom 5. April 1933 dem Vorsitzenden der Arbeiterwohlfahrt Neu-Ulm, dem Stadtrat Peter Schöllhorn, unter dem Betreff „Verbot marxistischer Organisationen“ folgendes mit:

    Der kommissarische Minister für das Bayer. Staatsministerium hat am 29.3.33 unter Nr.2227 a 4 auf Grund der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk u. Staat folgendes verfügt:

    „Die Betätigung in jeder Form von Organisationen, deren eigentlicher Zweck die Wahrnehmung u. Förderung der beruflichen, gesundheitlichen, gesellschaftlichen, turnerischen, sportlichen u. bildungsmässigen Interessen ihrer Mitglieder ist, wenn der Personenkreis, den sie umschliessen, insbes. die leitenden Kräfte, der marxistischen Weltanschauung nahestehen, oder ihre Haltung hierauf schliessen lässt, ist verboten (z.B. Radfahrbund Solidarität, Naturfreundeverein usw.)“
    Hievon werden Sie zur Verständigung Ihrer Mitglieder u. Darnachachtung in Kenntnis gesetzt. gez. Nuißl

    Am 10. April 1933 richtete das Liegenschaftsamt der Stadt Neu-Ulm ein Schreiben an Peter Schöllhorn, worin es dem Ortsverein mitteilte, dass das von der Stadt in der Friedenskaserne unentgeltlich überlassene Zimmer (Nr. 81) „mit sofortiger Wirkung entzogen“ wird.

    Kurz darauf wurden alle Organisationen der Arbeiterbewegung, darunter die Arbeiterwohlfahrt, von den Nationalsozialisten zerschlagen.

     
  • 1946: Augsburg war die Keimzelle für den Wiederaufbau

    Die amerikanische Besatzungsmacht erlaubte mit dem Wohlfahrtsmemorandum Nr. 2 vom 3. April 1946 die Gründung von Wohlfahrtsverbänden und damit auch der Arbeiterwohlfahrt in Bayern. Wenn auch in einzelnen Orten Schwabens einzelne frühere Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt schon unmittelbar nach Kriegsende mit der Arbeit begannen, so war erst ab diesem Datum der Organisationsaufbau legal.

    Wie schon in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war Augsburg abermals die Keimzelle für den Aufbau der Arbeiterwohlfahrt in Schwaben. Den Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Augsburg im Jahr 1946 bildeten Franz Xaver Sennefelder (1. Vorsitzender), Maria Simon (2. Vorsitzende), Reinhard Stier (Kassier) und Martha Eder (Schriftführerin). Er übernahm bis zur offiziellen Gründung des Bezirksverbandes Schwaben auch die schwabenweite Koordination.

     
  • Arbeiter aus Fabriksiedlung gründen Ortsverein Gersthofen

    Am 1. Februar 1948 gründeten auf Initiative des 2. Bürgermeisters Hans Sturm 22 Personen, fast nur Arbeiter aus der Fabriksiedlung, den Ortsverein Gersthofen der Arbeiterwohlfahrt. Zum Ersten Ortsvereinsvorsitzenden wählten sie Alfons Pfiffner. Die Gründung erfolgte, obwohl die Arbeiterwohlfahrt in Gersthofen als Verband noch nahezu unbekannt war und nach Verbot und Krieg kaum Anreize bot. Dementsprechend fand die Organisation nur eine langsame Verbreitung nach Süden ins Gersthofer Ortszentrum.

     
  • Zirkel um Magnus Bunk steht für den Neubeginn

    Der während des NS-Regimes von Magnus Bunk unterhaltene private Zirkel mit Martha Eder, Christian Großmüller, Franz Xaver Sennefelder und Maria Simon bildete neben Valentin Baur und seiner Frau Luise Stein-Baur, Fritz Eichleiter und Reinhard Stier den Kern für den Wiederbeginn der Arbeiterwohlfahrt sowohl auf Orts- als auch auf Bezirksebene. Im näheren Umkreis wirkten bald auch schon die Stadträte Anny Bittracher, Eduard Herrmann, Josef Hurter und Peter Ott sowie Anny Zach mit. Den Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Augsburg bildeten in den Jahren 1946 und 1947 Sennefelder (1. Vorsitzender), Maria Simon (2. Vorsitzende), Reinhard Stier (Kassier) und Martha Eder (Schriftführerin). Als Franz Xaver Sennefelder 1947 zum schwäbischen Bezirksvorsitzenden gewählt wurde, folgte ihm Peter Ott im Amt und war von 1948 bis 1955 Vorsitzender zunächst des Orts- und dann des Kreisverbandes Augsburg-Stadt.

     
  • CARE-Pakete verteilt, Spenden gesammelt

    Gezeichnet von Not und  Elend infolge des Kriegs schlossen sich Bürgerinnen und Bürger, insbesondere zahlreiche Heimatvertriebene, in der Arbeiterwohlfahrt zusammen. 1946 erfolgte die Gründung des Kreisverband Dillingen an der Donau. Unter den ersten Hilfsmaßnahmen des Verbandes war die Verteilung der "CARE-Pakete" mit Lebensmitteln und Bekleidung. Zudem wurden vor allem Trockenmilch für die Kinder, Käse und Wolldecken verteilt. Nach der Währungsreform beteiligte sich auch die Dillinger Arbeiterwohlfahrt an den ersten Landessammlungen, die zur Finanzierung der Hilfe dienten. Geleitet wurde der Kreisverband von 1946 bis 1957 von Otmar Zimmermann aus Lauingen.

    Der Ortsverein Lauingen wurde als einer der ersten Ortsvereine im Kreisverband im Herbst 1947 gegründet. Anfangs hatte er 22 Mitglieder. Erster Vorsitzender war Blasius Kramer. Als Monatsbeiträge zahlen die Mitglieder je eine Mark bzw. ermäßigt 50 Pfennige. Der Ortsverein bemühte sich bald, die von der Nachkriegsnot geprägten Lebensbedingungen zu lindern. So konnten im Jahr 1949 trotz der damals schwierigen Verhältnissen im Zuge einer Sammel- und Spendenaktion Unterstützungen ausgegeben werden. An Sachspenden wurden weitergereicht:
    87 Kleidungs- und Wäschestücke,
    3 neue Wolldecken
    5 Paar Schuhe
    88 Meter ungebleichtes Tuch
    296 Knäuel Strickgarn
    196 kg Lebensmittel

    Zudem wurde 1949 an Bargeld ausgezahlt:
    DM 865.-- an 52 Kriegsheimkehrer
    DM 312.-- an sonst. Bedürftige
    DM 500.-- an Invaliden und Kinder anlässlich der Weihnachtsfeier

    Wie in Lauingen entstanden nach Gründung des Kreisverbands weitere Ortsvereine in Dillingen, Gundelfingen und Höchstädt a. d. Donau.

     
  • Mitglieder geworben, Verein gegründet

    Anfang September 1946 wurde der SPD-Ortsverein Friedberg vom SPD-Bezirksverband Schwaben aufgefordert, einen Verein Arbeiterwohlfahrt zu gründen. Erstes Ziel des Vereins sollte es sein, an der Verteilung von internationalen Hilfsgütern mitzuwirken. Die SPD Friedberg war zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Lage, einen Ortsverein zu gründen, doch wurde ein Ausschuss gebildet, der an Hilfsaktionen mitwirken und einen Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt vorbereiten sollte.

    Die Mitgliederwerbung begann zunächst innerhalb der SPD. Von Oktober 1946 bis April 1947 fanden sich 39 Personen, so dass der Ortsverein gegründet werden konnte, die Keimzelle des Kreisverbands Friedberg (Bayern). Zu den Gründungsmitgliedern gehörten elf alteingesessene Friedberger und 28 Vertriebene, davon zehn Frauen. Darunter waren u.a. Charlotte Kleinwächter, Hugo Knittel, Johann Rauscher, Hugo Schubert, Edeltraut Slavik und Rudolf Walzel. Zum 1. Vorsitzenden wurde Johann Rauscher gewählt, der auch die Funktion des Geschäftsführers ausübte. Die Geschäftsstelle war im SPD-Sekretariat im Nebenzimmer der damaligen Gastwirtschaft Roidl in der Ludwigstraße untergebracht. Ein kleiner Nebenraum diente als Lagerraum für Sachspenden. Schon vor der offiziellen Vereinsgründung half die Arbeiterwohlfahrt die Nachkriegsnot zu lindern. Sammlungen wurden veranstaltet und Hilfsgüter an Bedürftige verteilt. Der Ortsverein wirkte zudem an der Ausgabe von internationalen Spenden mit.

     
  • Angerer lud zur Gründungsversammlung

    Nachdem amerikanische Militärregierung und Landratsamt die Erlaubnis zur Gründung einer örtlichen Vertretung der Arbeiterwohlfahrt erteilt hatten, berief Josef Angerer eine Gründungsversammlung ein. Sie fand am 21. November 1946 im Gasthaus Zum Löwen statt. Bei dieser Zusammenkunft referierte Willibald Gampe aus Augsburg zu Aufgaben und Zielen der Arbeiterwohlfahrt. Besonders hob er die konfessionelle und parteipolitische Neutralität des Vereins hervor. Anschließend folgte die formale Gründung. Josef Angerer wurde als Vorsitzender, Elisabeth Bronner als Stellvertreterin, Alois Berktold als Schriftführer, Adolf Oberwalder als Kassier und Frieda Sailer und Alois Wörz als Revisor gewählt. Der Füssener Verein war von Beginn an dem Bezirks- und Landesverband der Arbeiterwohlfahrt angeschlossen und erfüllte die Funktion eines Kreisverbandes. In der Mitgliederliste von 1946 sind 36 Frauen und 27 Männer verzeichnet. Bis auf ein Mitglied aus Schwangau stammten alle aus Füssen.

     
  • Kriegsheimkehrern galt die Zuwendung

    Die Arbeiterwohlfahrt Günzburg wurde 1947 wiedergegründet (1933 wurde die Ortsgruppe Günzburg der Arbeiterwohlfahrt verboten). In der Folgezeit engagierte sich die Vorsitzende Dora Schmid insbesondere für hilfsbedürftige Kriegsheimkehrer. Für diese Soldaten vermittelte sie häufig Aufenthalte in Erholungsheimen, damit sie sich von den Strapazen des Krieges und der Kriegsgefangenschaft erholen konnten.

     
  • Eine Spende erleichterte den Start

    Am 14. August 1948 trafen sich im damaligen Gasthof "Hirsch" in Illertissen 14 Personen und gründeten den Kreisverband Illertissen der Arbeiterwohlfahrt. Aus diesem Personenkreis wurde die erste Vorstandschaft gewählt:

    1. Vorsitzender Rudolf Appelt Illertissen
    2. Vorsitzender Leopold Weber Babenhausen
    Kassierer Raimund Tauchen Vöhringen
    Schriftführer Benno Schrott Vöhringen
    Beisitzerinnen und Beisitzer Frieda Grünes Vöhringen
      Sophie Gietl Illertissen
      Albert Böhme Babenhausen
    Revisoren Johann Elsner Vöhringen
      Alois Würfel Vöhringen

     

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  • Ortsverein war die Keimzelle

    Im September 1946 gründeten die Initiatoren Rudolf Kratzer, Karl Linke, Erna Pröbstle, Kurt Worm und Walter Zimmermann die Arbeiterwohlfahrt Kaufbeuren. Der neue Ortsverein hatte zunächst 23 Mitglieder. Er war die Keimzelle des 1948 gegründeten Kreisverbandes Kaufbeuren. Inwieweit eine Verbindung zur Kaufbeurer Ortsgruppe der Arbeiterwohlfahrt vor 1933 bestand, ist unklar.

    Bei der Vorstandswahl des Ortsvereins am 13. Juli 1947 wurde Anton Brutscher zum 1. Vorsitzenden, Erna Pröbstle zur 2. Vorsitzenden, Karl Linke zum Kassier und Walter Fischer zum Schriftführer gewählt.

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  • 1946 wurde Kreisverband wieder gegründet

    Am 14. November 1946 wurde im Gasthaus „Zum Lamm“ auf Initiative Andreas Homanners die Arbeiterwohlfahrt Kempten wieder gegründet. Knapp dreißig Interessierte nahmen an der Versammlung teil, auf der der von Augsburg angereiste Referent Gampe über den überparteilichen Charakter der Wohlfahrtsorganisation sprach und die vordringlichsten Aufgaben der Arbeiterwohlfahrt wie die Verbesserung der Lebensmittelversorgung, Einrichtung von Nähstuben und Kindergärten, Schulspeisung und Erholungsmaßnahmen für Kinder und Erwachsene umriss.

    Im Zuge der Vereinsgründung wurde die Beitragshöhe festgelegt und der Gründungsvorstand gewählt. Gründungsvorsitzender wurden Andreas Homanner, Zweite Vorsitzende Sofie Maier und Kassier Josef Wohlrab. Weiter gehörten dem Vorstand Aichele, Fehnle, Frick, Hagspiel, Jugl, Leutherer, Rottach, Wegmann und Wetzel an.

    Da einzelne Mitglieder des Ortsvereins Kempten wie zum Beispiel Albert Wehr und Peter Kohlhund der Arbeiterwohlfahrt schon vor der Zerschlagung durch die Nationalsozialisten angehörten, kann eine gewisse personelle Kontinuität zum Verein vor 1933 angenommen werden.

     
  • Mit einer großen Hilfsaktion ging es los

    Am 21. März 1949 trafen sich die Mitglieder des SPD Ortsvereins Karl Danner, Wenzel Hajek, Josef Kaupa, Alois Kroner, Karl Heinz Lux, Adelheid Prax, Marie Ratzek, Engelbert Schmid und Franz Taschner in Josef Matzkas Wohnung mit dem Ziel die Frühjahrssammlung der Arbeiterwohlfahrt vorzubereiten. Daneben fassten sie den Beschluss, die Arbeiterwohlfahrt zunächst auf Landkreisebene zu gründen. Matzka wurde die provisorische Geschäftsführung übertragen, während Wenzel Hajek und Engelbert Schmid mit Alois Kroner als Leiter den vorläufigen Arbeitsausschuss bildeten. Zum Aufbau des Kreisverbandes mussten zunächst mit viel Mühe eine Stahlkassette und eine Schreibmaschine beschafft werden. Aus Kostengründen lehnte der Arbeitsausschuss die Wahl eines Delegierten für die Landeskonferenz in Landshut ab.

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  • Der Name AWO war zunächst verboten

    In Lindau wurde die Arbeiterwohlfahrt im November 1946 als Ortsverein unter dem Namen "Allgemeiner Wohlfahrtsbund (Arbeiterwohlfahrt)" von einer Gruppe von Sozialdemokraten und Gewerkschaftern um Gustav und Emilie Röhl gegründet. Den Namen "Arbeiterwohlfahrt" ließ die französische Besatzungsmacht bis 1954 nicht zu. Lindau war der einzige Landkreis Bayerns, der nicht der amerikanischen sondern der französischen Besatzungszone zugeordnet worden war. Im Gründungsausschuss des Ortsvereins waren unter anderem Felix Ostertag, zunächst Erster Vorsitzender, der aber bald sein Amt an die Zweite Vorsitzende Emilie Röhl abgab, und als Beisitzerinnen und Beisitzer Adelheid Donderer, Fanny Huber und Stahl. Eine Vereinsgründung in Lindau war auch deshalb nötig, da schon Spendenpakete an die Arbeiterwohlfahrt Lindau über die internationale Hilfsorganisation "Europa-Union" zur Verteilung angeliefert worden waren, obwohl die Organisation noch nicht existierte. Neben dem Ortsverein konnte ab Februar 1947 ein Kreisverband aufgebaut werden.

    Der Not der Zeit entsprechend wurden vom Verein nicht nur Hilfssendungen verteilt, sondern es entwickelte sich eine vielseitige Betreuung, die alle Probleme der Nachkriegsjahre einschloss. Vor allem nahm sich der Wohlfahrtsbund Lindau der Menschen an, die nur schwer aus eigener Kraft über Notsituationen hinweg kommen konnten. So half der Verein ärmeren und kinderreichen Bevölkerungskreisen mit Lebensmittel-, Sach- und Geldspenden, die freiwillige Helferinnen und Helfer zusammengetragen hatten.

    Schon bald nach der Vereinsgründung wurden Kinder ins nahe gelegene Allgäu zur Erholung gebracht. Im Kindererholungsheim Ihlingshof in Irsengund bei Oberreute konnten 25 Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren für ein bis zwei Monate untergebracht werden. Allerdings musste der Ihlingshof im April 1950 zur Eigennutzung an die Besitzerin, die Frankfurter "Günther-Stiftung", zurückgegeben werden. 1949 wurde in Scheffau ein ehemaliger Bauernhof gekauft und als Kinder- u. Müttererholungsheim "Bergheim Scheffau" um- und ausgebaut. Es konnte aber erst am 1. Dezember 1954 eröffnet werden.

     
  • Cermak stand 16 Jahre an der Spitze

    Nach der Bildung des Bezirksverbandes Schwaben, sowie Gründung der Ortsvereine Marktoberdorf (1947) und Obergünzburg (1948), beide zum damaligen Landkreis Marktoberdorf gehörend, waren die Voraussetzungen dafür geschaffen, den Kreisverband Marktoberdorf zu konstituieren. 16 Jahre lang, von der Gründung 1948 bis zu seinem Tod 1964, leitete Karl Cermak als Vorsitzender den Kreisverband Marktoberdorf der Arbeiterwohlfahrt.

     
  • Pawellek erster Vorsitzender

    Am 1. Juni 1947 wurde der Kreisverband Neuburg von Josef Bachmeyer, Hans Dreher, Michael Färber, Karl Friedrich, Willi Garnisch, Josef Kolb, Xaver Meier, Willibald Pawellek, Ludwig Riedelsheimer und Luise Stoll gegründet. Als Vorsitzender wurde Willibald Pawellek, zu seinem Stellvertreter Stadtrat Josef Bachmeyer gewählt.

     
  • Weißenhorn: Mietz kämpfte für ein Altenheim

    Im Jahre 1949 wurde auf Anregung von Franz Faulhammer, Ernst Mietz, Schellhorn und Oppler der Ortsverein der AW Weißenhorn gegründet. Bei der Gründungsversammlung wurde Ernst Mietz zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Schon im Jahr 1951 sprach Mietz bei der Gemeinde wegen der Errichtung eines Altenheims vor. Die Stadt Weißenhorn zeigte Interesse und war bereit, dafür ein Grundstück kostenlos zur Verfügung zu stellen. Daraufhin versuchte Mietz noch erfolglos, den Bezirksverband zum Bau eines Altenheims in Weißenhorn zu bewegen. Im gleichen Jahr trat Ernst Mietz aus beruflichen Gründen vom Ortsvereinsvorsitz zurück. Zur neuen Ersten Vorsitzenden wurde Hermine Gundel gewählt.

     
  • 1947 erneut gegründet

    Am 14. August 1947 erfolgte die Wiedergründung des Vereins Arbeiterwohlfahrt im Neu-Ulmer Gasthaus "Zum Schiff". Als Gründungsvorstand wurde gewählt:

    1. Vorsitzender Willy Saumweber
    2. Vorsitzende Magdalene Amann
    Kassier Fritz Schulrabe
    Schriftführerin Anna Pfänder
    Beisitzerinnen Anna Bantleon und Anna Imhof
    Revisoren Fritz Rupfer und Alfred Schneider

     

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  • 1952 wurde neues Altenheim bezogen

    Im Oktober 1946 konstituierte sich in Schwabmünchen auf Initiative von Dionys Bittinger - er war Bürgermeister und Mitglied des bayerischen Landtags von 1950 bis 1954 - ein Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt. 27 Personen nahmen an der Gründung teil. Der Ortsverein war der Ausgangspunkt für den gleichnamigen Kreisverband.

    Am 1. Februar 1948 übernahm die Schwabmünchner Arbeiterwohlfahrt das Behelfskrankenhaus Klosterlechfeld, das in einer ehemaligen Gaststätte untergebracht war, und wandelte es in ein Altersheim um. Unter dem Vorsitz von Wilhelm Just und wesentlich unterstützt von Dionys Bittinger gelang es dann aber sehr früh, in Schwabmünchen ein neues Altenheim durch den Bezirksverband errichten zu lassen. Am 2. April 1951 begannen die Bauarbeiten im Schwabmünchner Taubental. Architekt und Bauleiter des Gebäudes war der Bezirksvorsitzende Alois Strohmayr. Die Hebauffeier war schon am 5. September 1951. Das Heim konnte 1952 bezogen werden. Die Bewohner des 55 Monate bestehenden Altenheims in Klosterlechfeld zogen ins neue Haus um, das Provisorium wurde aufgelöst.

     
  • 1947 erste Hilfslieferungen verteilt

    Im Februar 1947 bereiteten Karl Gradl, Kämmerer im Landratsamt Sonthofen, und Wenzel Hrdina, der sich ehrenamtlich im Sozialwesen der Stadt Sonthofen engagierte, die Gründung der Arbeiterwohlfahrt in Sonthofen vor. Im März 1947 besuchte sie Maria Simon vom Bezirksverband aus Augsburg und informierte über die Gründung und Ziele der Arbeiterwohlfahrt. Sie riet zunächst einen Ortsverein zu gründen. Im Mai 1947 konnten im Rahmen einer SPD-Versammlung im Gasthof "Traube" die ersten Mitglieder gewonnen werden.

    Es waren dies nach der Erinnerung von Wenzel Hrdina: Leoni Bernhard, Hilde Dietrich, Bernhard Gaidzig, Bruno Hanisch, Waldemar Hauda, Ambros Kleimeier, Josef Klein, Josef Müller, Josef Oberauber und Max Stuber. Schon im Juni 1947 fand die Gründungsversammlung des Ortsvereins Sonthofen statt, bei der Wenzel Hrdina zum 1. Vorsitzenden und Herr Bruno Hanisch zum Kassier gewählt wurden. Anfang Juli 1947 konnten die ersten Hilfelieferungen aus Amerika (CARE-Pakete, Bekleidung, Schuhe) verteilt werden.

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